Wirtschaft : In Wolfsburg gezeigt, wie es gehen kann

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Berlin (uwe). Ob das Modell 5000x5000 oder die 32-Stunden-Woche, der Volkswagen-Personalvorstand Peter Hartz hat eine besondere Gabe: Er findet griffige n für Konzepte, die andere nicht einmal auf den Verhandlungstisch der Gewerkschaften bringen könnten.

Der Vorteil: Volkswagen ist zwar ein tarifgebundenes Unternehmen, ist aber nicht dem Flächentarifvertrag unterworfen. Und das heißt, dass im Haustarifvertrag von Volkswagen Experimente gemacht werden können, die in der Fläche noch undenkbar sind. Dazu kommt, dass das SPD-regierte Land Niedersachsen der größte Einzelaktionär von Volkswagen ist. Reformkonzepte, die in Wolfsburg funktionieren, haben also quasi Modellcharakter in der Welt der Sozialdemokraten.

Die 32-Stunden-Woche etwa, mit der Volkswagen vor einigen Jahren Furore machte, war im Grunde nichts Anderes als Arbeitszeitverkürzung ohne vollen Lohnausgleich. Weil es aber einen schönen Namen gab, der der IG Metall aus dem Herzen sprach und weil dazu versprochen wurde, dass es keine Entlassungen geben würde, unterschrieb die IG Metall den Vertrag. Ein Vertrag, der mit allem brach, was die Metallgewerkschaft offiziell auch heute noch vor sich her trägt.

Auch das Konzept 5000x5000 ist ein schöner Name für ein ehrgeiziges Programm. Als Bedingung dafür, dass Volkswagen 5000 neue Jobs in Deutschland schafft, stellte Hartz der Gewerkschaft, dass diese Arbeitnehmer nur 5000 Mark, etwa 2500 Euro, im Monat verdienen sollten. Das ist deutlich weniger als ein Volkswagen-Stammarbeiter bekommt. Außerdem nehmen die 5000x5000-Arbeitnehmer nicht an den Extra-Sozialleistungen des Konzerns teil.

Die Spaltung der Belegschaft? Für die IG Metall war das ein Giftcocktail, um den sie im vergangenen Jahr heftig stritt. Erst das Machtwort des Kanzlers brachte die Gesprächspartner wieder an einen Tisch. Unterschrieben wurde dann zwar nicht ganz das, was Hartz gewollt hatte. Doch zum ersten Mal gelang es Volkswagen, in Deutschland einen anderen Tariflohn zu bezahlen als den im Stammwerk. Und: Das Unternehmen will die 5000 Stellen nur an bisher Arbeitslose vergeben. Die Jobs werden im Internet ausgeschrieben.

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