Wirtschaft : In Zukunft nur noch ein Xetra-Dax

FRANKFURT (MAIN) (ro).Die Deutsche Börse AG (DBAG) in Frankfurt (Main) berechnet den Deutschen Aktienindex (Dax) für die 30 wichtigsten deutschen Aktien sowie die diversen Dax-Indizes für andere Börsensegmente vom 21.Juni an nur noch auf der Basis des Computerhandels.Bis dahin wird es jeden Tag noch zwei Dax-Größen geben: Einen Index für den Parketthandel und einen für den Handel im Computersystem Xetra.

Diese Entscheidung im Vorstand der DBAG war schon länger erwartet worden.Sie trägt der Entwicklung an der Börse Rechnung, wo mittlerweile 70 bis 80 Prozent des täglichen Aktienhandels über des Computersystem Xetra abgewickelt werden.Nur 30, an manchen Tagen sogar weniger als 20 Prozent der Börsengeschäfte laufen mittlerweile über die Makler auf dem Parkett."Der Xetra-Dax ist jetzt schon wichtiger", sagte Günter Burgold, Leiter des Aktienhandels bei der BHF Bank.Für den Privatanleger habe die Entscheidung des Börsen-Vorstandes keine besondere Bedeutung.

Im Gegenteil.Weil der Parketthandel um 16 Uhr 30 Uhr endet, kam es beim Parkett-Dax zu anderen Werten als beim Xetra-Dax, dessen Schlußstand erst um 17 Uhr ermittelt wird.Dies führte zur Verwirrung.Ausländischen Fondsmanagern, so heißt es bei Börsianern, könne man ohnehin nur schwer erklären, warum es in Deutschland für die 30 wichtigsten Aktien zwei Indizes gebe.Daß clevere Händler durch die Unterschiede zwischen Parkett- und Xetra-Dax lukrative Geschäfte machen, wird von Experten abgestritten.

Der Vorstand beschloß ferner, die Indizes für einzelne Branchen völlig neu zu ordnen.Künftig können sich Anleger über getrennte Indizes etwa für Auto- und Transportunternehmen, für Banken und Finanzdienstleister, für Chemie- und Pharmafirmen sowie Software- und Technologieanbieter ein Bild der Aktien der jeweiligen Branche machen.

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