Wirtschaft : In zweieinhalb Stunden von Paris nach Tokio

Auf der Luftfahrtschau in Le Bourget präsentieren die Konzerne ihre Neuheiten – auch ein Raketenflugzeug

Zehst. Eine Computergrafik zeigt, wie das Flugzeug der Zukunft aussehen wird, das mit Raketenantrieb ausgestattet ist. Foto: AFP
Zehst. Eine Computergrafik zeigt, wie das Flugzeug der Zukunft aussehen wird, das mit Raketenantrieb ausgestattet ist. Foto: AFPFoto: AFP

Paris - Der europäische Luftfahrtkonzern EADS hat am Sonntag Pläne für ein neues Raketenflugzeug präsentiert, das in nur zweieinhalb Stunden von Paris nach Tokio fliegen soll. Das Flugzeug der Zukunft werde aussehen wie die Zero- Emission-Hypersonic-Transportation- Maschine (Zehst), sagte EADS-Technikchef Jean Botti einen Tag vor Beginn der weltgrößten Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris. Bis zum Jahr 2020 will EADS einen Zehst-Prototypen fertigstellen, um 2050 herum soll die Maschine dann den Flugverkehr aufnehmen.

Das schadstoffarme Flugzeug soll zwischen 50 und 100 Passagiere befördern und sich beim Start normaler Triebwerke bedienen, die von aus Algen gewonnenem Biokraftstoff angetrieben werden. In der Luft soll die Maschine dann auf ein Raketentriebwerk umschalten, das mit Sauer- und Wasserstoff betrieben wird, so dass lediglich Wasserdampf ausgestoßen wird. Das Flugzeug soll damit eine Höhe von 32 Kilometern erreichen können. Herkömmliche Passagiermaschinen fliegen in etwa 10 000 Metern Höhe. Zum Landen soll das neue Flugzeug zur Erde gleiten und erst kurz vor dem Ziel wieder auf normale Triebwerke umschalten. Das Flugzeug wird in Zusammenarbeit mit Japan entwickelt, die Technologie gibt es bereits. Bei der Flugschau bei Paris soll ein vier Meter langes Zehst-Modell gezeigt werden, das dem früheren Überschallflugzeug Concorde ähnelt.

Die EADS-Tochter Airbus erwartet beim Branchentreff in Le Bourget eine wahre Auftragsflut. Erwartungsgemäß verschob Airbus aber erst einmal die Auslieferung seines neuen High-Tech-Fliegers A 350 um zwei Jahre. Die Leistung der Langversion A 350-1000 soll auf Kundenwunsch durch neue Triebwerke von Rolls-Royce erheblich gesteigert werden.

Auch US-Konkurrent Boeing setzt auf ein Anziehen der Bestellungen und schickte seine neue Langversion des legendären Jumbos, die B747-8, nach Paris. Die am Sonntag gelandete Maschine steht in Konkurrenz zum Megaflieger von Airbus, dem A 380. AFP/dpa

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