INDIEN : Ansturm des Kapitals

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Neu-Delhi - Indien will sich beim G-20-Gipfel dafür einsetzen, den sogenannten Währungskrieg möglichst schnell zu beenden. Finanzminister Pranab Mukherjee hofft, dass die beteiligten Nationen ein Rahmenabkommen erarbeiten, um Geldströme gemeinsam besser zu managen. Mukherjee vermied es allerdings bisher, sich in dem Konflikt auf eine Seite zu schlagen.

Die mit 1,2 Milliarden Einwohnern zweitgrößte Nation der Welt kämpft mit einem Anstieg der Rupie und einem Ansturm von ausländischem Kapital. Die „anhaltend lose Währungspolitik und die unberechenbaren Kapitalströme“ in die aufstrebenden Wirtschaftsnationen beeinflussten die Wechselkurse weit mehr als die wahren Handelsdaten, warnte Mukherjee. „Es wäre sehr hilfreich, wenn die Länder mehr bei ihren Wechselkursen kooperierten, damit diese die tatsächliche Wirtschaftslage widerspiegeln.“

Ausländische Investoren haben Indiens Kapitalmarkt in diesem Jahr bisher mit 24 Milliarden Dollar regelrecht überflutet. Als Folge stieg die Rupie gegenüber dem Dollar um fünf Prozent an, was Indiens Exporte verteuert und seine Wettbewerbsfähigkeit auf den internationalen Märkten schwächt. Mukherjee drängte insbesondere die Industrienationen, ihre Finanzmärkte schneller in Ordnung zu bringen. Christine Möllhoff

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