Wirtschaft : Indiens Firmen sind Meister der Bestechung

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Berlin - Trotz weltweit großer Exporterfolge zahlen deutsche Unternehmer im Vergleich zu ihren Kollegen aus den 30 führenden Exportnationen eher selten Schmiergeld, um einen Auftrag aus dem Ausland zu bekommen. Nur sechs Nationen sind noch zurückhaltender bei der Bestechung im Ausland, wie aus einer am Mittwoch von der Anti-Korruptions-Organisation Transparency International (TI) in Berlin veröffentlichten Rangliste hervorgeht.

Der siebte Rang für Deutschland sei „bemerkenswert“, weil die Deutschen als „Exportweltmeister“ doppelt und dreifach so viele Aufträge eroberten wie ihre wichtigsten Konkurrenten und viel mehr Gelegenheiten für Schmiergeldzahlungen gehabt hätten, sagte der TI-Vorsitzende Hansjörg Elshorst. „Man muss nicht Weltmeister im Schmieren sein, um sich auf immer stärker umkämpften Märkten zu halten“, befand er weiter. Den ersten Platz holte die Schweiz, gefolgt von Schweden und Australien.

Am häufigsten zu Schmiergeld griffen nach der aus einer Umfrage bei 11 000 Unternehmern aus 125 Ländern aufgestellten Rangliste Manager in Indien. Auch Unternehmer aus China und Russland setzen Schmiergeld oft als Mittel ein, um einen Auftrag zu bekommen. TI forderte diese drei Länder auf, sich an die Vorschriften einer Konvention der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zur Bekämpfung der Bestechung zu binden.

Besonders problematisch nannte es TI, dass die Türkei lediglich auf den viertletzten Platz kam. Dieses Ergebnis sei besonders mit Blick auf die Beitrittsbemühungen der Türkei zur EU kritisch. AFP

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