Wirtschaft : Indische Firmen für Ostdeutschland

Minister Tiefensee hofft auf 2000 neue Stellen

Berlin - Die Bundesregierung strebt an, indische Unternehmen für den Standort Ostdeutschland zu begeistern. Durch verstärkte Werbung könne es gelingen, die Zahl der dort von Indern angebotenen Arbeitsplätze binnen drei bis fünf Jahren zu verdoppeln, sagte Wolfgang Tiefensee (SPD), Verkehrsminister und Ost-Beauftragter der Bundesregierung, am Mittwoch in Berlin. Derzeit arbeiten 2000 Menschen bei rund 20 Firmen, die in indischem Besitz sind. „Indische Investoren, die sich für den europäischen Markt interessieren, arbeiten vorrangig in Branchen, für die Ostdeutschland besondere Standortvorteile bietet“, warb Tiefensee.

Sein Staatssekretär Engelbert Lütke Daldrup will nächste Woche unter anderem Mumbai und Neu-Delhi bereisen und dort vor Unternehmern die Vorzüge der neuen Länder anpreisen. Im Gepäck hat er eine neue Studie der Wirtschaftsberatung KPMG. Sie nennt als Vorteile die Infrastruktur, qualifizierte Arbeitskräfte, die Möglichkeit von Subventionen oder niedrigere Lohnkosten als im übrigen Westeuropa. Branchen wie erneuerbare Energien, Mikroelektronik, Gesundheitswirtschaft oder Biotechnik seien für indische Investoren besonders geeignet, da sich in den neuen Ländern bereits entsprechende Schwerpunkte gebildet hätten. Allerdings ist Tiefensee zufolge in Indien bekannt, dass es im Osten mancherorts ausländerfeindliche Vorfälle gegeben habe. Damit müsse man „offensiv und transparent umgehen“ und in Sachen Gastfreundschaft noch mehr tun, räumte er ein.

KPMG-Experte Andreas Dressler sagte, heute fließe mehr Investitionskapital von Indien in andere Länder als umgekehrt in den Subkontinent hinein. Die Investitionssumme habe sich seit 1995 auf 13 Milliarden Euro mehr als verhundertfacht. Inder hätten bislang vor allem die USA und Großbritannien im Blick gehabt, sähen sich angesichts der Dollarschwäche aber nun verstärkt in Kontinentaleuropa um. Allerdings seien Standorte in Osteuropa eine starke Konkurrenz. brö

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