Wirtschaft : Indonesien bekommt Zeit

JAKARTA (rtr/dpa).In Indonesiens Wirtschaft werden nach Angaben von Wirtschaftsminister Ginadjar Kartasamita im laufenden Fiskaljahr Auslandsschulden im Höhe von über 29 Mrd.Dollar fällig.In der Privatwirtschaft stünden im Fiskaljahr zum März 1999 Kredite von rund 20 Mrd.Dollar zur Rückzahlung ins Ausland an, im Bankensektor seien es 9,2 Mrd.Dollar, sagte Ginadjar am Montag nach einem Gespräch mit Präsident Jusuf Habibie in Jakarta.Dies werde die Wirtschaft jedoch nicht unter Zugzwang setzen, weil in vorige Woche in Frankfurt über die privaten Schulden ein Abkommen erreicht worden sei.

Indonesien hatte sich am vergangenen Donnerstag in Frankfurt mit seinen ausländischen Gläubigerbanken auf ein umfassendes Umschuldungsabkommen geeinigt.Danach wird künftig ein Großteil der Auslandsverbindlichkeiten indonesischer Privatunternehmen von einer Umschuldungsbehörde in Jakarta verwaltet.Die Kredite der indonesischen Banken im Ausland werden verlängert.

Unterdessen geht der staatlichen Ölgesellschaft Pertamina wegen des Verfalls des Rupiah-Kurses das Geld aus.Die Treibstoffimporte verursachten ein hohes Defizit, schreibt die Nachrichtenagentur Antara.Die Regierung hoffe, mit der Privatisierung von Staatsfirmen im laufenden Etatjahr 15 Billionen Rupiah (2,3 Mrd DM) einzunehmen.Dazu gehören der Telefonmonopolist PT Telkom, der Satellitenbetreiber PT Indosat, die PT Krakatau Steel und der Zementmischer PT Semen Resik.

Die Privatisierung soll über die Investmentbanken Goldman Sachs und Lehman Brothers sowie Merrill Lynch, Jardine Fleming, Salomon Smith Barney und Credit Suisse First Boston erfolgen.Der Internationale Währungsfonds (IWF) habe die Pläne gebilligt.

Pertamina hat in Indonesien das Monopol auf den Vertrieb von Benzin und petrochemischen Produkten.Obwohl Indonesien der führende asiatische Exporteur von Erdöl und Erdgas ist, importiert es zwischen 15 und 20 Prozent seines Treibstoffverbrauchs.

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