Wirtschaft : Indonesische Rupie setzt Finanzmärkte unter Druck

Kurssturz der Währung bringt Asiens Börsen in Turbulenzen

JAKARTA/KUALA LUMPUR/NEW YORK/BRÜSSEL (rtr/dpa).Der erneute Kurssturz der indonesischen Rupie hat die meisten Finanzmärkte in Südostasien am Mittwoch unter Druck gesetzt.Die indonesische Währung fiel auf das Rekordtief von 12 000 Rupien je Dollar.Damit hat die Rupie gegenüber der Weltleitwährung innerhalb von sechs Monaten 80 Prozent ihres Werts verloren.Erneut wurden Stimmen laut, die den Rücktritt von Staatschef Suharto forderten.Dieser hatte angekündigt, daß er bei der Präsidentenwahl im März erneut für eine fünfjährige Amtszeit kandidieren wolle.Auch in Südkorea und in Hongkong gab es Kursverluste an den Börsen.Die Aktienkurse in Tokio legten hingegen zu. Nach Angaben aus Bankenkreisen zeichnet sich in Indonesien die nächste große Bankenfusion ab.Die Bank Danamon als zweitgrößtes privates Geldhaus des Landes diskutiere mit vier anderen Instituten die Bedingungen des Zusammenschlusses.Anfang der Woche hatte das größte private Geldinstitut des Landes, die Bank International Indonesia, die Fusion mit vier weiteren Banken vereinbart.Die Regierung in Jakarta kündigte an, sie wolle in zwei Tagen einen revidierten Etatentwurf für das Haushaltsjahr 1998/99 vorlegen.Dies ist Teil der Zusagen an den Internationalen Währungsfonds.Im Gegenzug für Kredite von bis zu 43 Mrd.Dollar hat sich Indonesien zu weitreichenden Wirtschaftsreformen verpflichtet.Finanzminister Marie Muhammad sagte, Indonesien wolle an einem ausgeglichenen Etat festhalten und ein Wachstum von einem (1997: 7,1) Prozent anstreben. Die Regierung Malaysias teilte am Mittwoch mit, ein wegen der Währungskrise verschobenes Dammprojekt im Umfang von umgerechnet 5,5 Mrd.Dollar solle zumindest teilweise wieder in Angriff genommen werden.Elemente des im Herbst verschobenen Staudammprojektes auf der Insel Borneo wie der Bau eines Tunnels und die Umsiedlung der Bevölkerung in dem betroffenen Gebiet sollten nun begonnen werden. Der Kurs vieler südostasiatischer Währungen sanken am Mittwoch.Die Aktienbörsen tendierten uneinheitlich.Das Kursbarometer der Börse in Seoul gab massiv um 5,04 Prozent nach.Der Hang-Sang-Index in Hongkong sank um 1,98 Prozent.In Malaysia und Thailand stiegen die Aktienkurse hingegen.Der Nikkei-Index der Börse in Tokio, koppelte sich vom Trend ab und schloßden sechsten Tag in Folge mit einem Plus von 1,94 Prozent bei 16 684,42 Punkten. US-Finanzminister Robert Rubin hat unterdessen in Washington internationale Gläubiger aufgefordert, bei der Refinanzierung südkoreanischer Schulden zusammenzuarbeiten.Er begrüßte die Bereitschaft der Banken, die südkoreanischen Kredite um 90 Tage zu verlängern.Südkoreanische Regierungsvertreter wollten am Mittwoch Gläubigerbanken bei einem Treffen bei der Citibank in New York eigene Umschuldungsvorschläge unterbreiten.IWF-Generaldirektor Michel Camdessus richtete derweil in Brüssel Kritik an die Adresse der asiatischen Regierungen.Diese hätten sich lange geweigert, den Tatsachen ins Auge zu sehen, und die Lage damit verschlimmert.Nun müsse der IWF Feuerwehrarbeit leisten.

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