Wirtschaft : Industrie bekommt mehr Aufträge Starkes Plus im April

US-Arbeitsmarkt boomt

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Berlin Deutschlands Industrie hat im April deutlich mehr Aufträge erhalten als erwartet. Die Bestellungen hätten um 2,5 Prozent zugelegt, teilte das Bundeswirtschaftsministerium am Freitag in Berlin mit. Trotz hohem Euro-Wechselkurs und teurem Öl gewinnt die wirtschaftliche Erholung in Deutschland damit an Tempo. Die Bestellungen sind ein wichtiger Frühindikator für die Konjunktur. Im März war das Auftragsvolumen noch um 0,3 Prozent zurückgegangen.

Das Plus war der stärkste monatliche Anstieg seit Januar 2003 – vor allem webgen der Nachfrage aus dem Ausland. Sie stieg um 3,8 Prozent an. Die Firmen aus dem Inland verzeichneten eine Zunahme um 1,2 Prozent. Dabei spielten laut Ministerium sogar Großaufträge im vorvergangenen Monat eine geringere Rolle als sonst üblich. Den stärksten Zuwachs mit 6,8 Prozent verbuchten die zuletzt arg gebeutelten Hersteller von Konsumgütern. „Das zeigt, dass auch die Inlandsnachfrage allmählich in Gang kommt“, sagte Jörg Lüschow, Ökonom bei der WestLB in Düsseldorf. Der Aufschwung folge früheren Mustern: Erst komme der Export in Gang, dann die Binnennachfrage – und im Zuge der Erholung werde es später auch Entspannung auf dem Arbeitsmarkt geben.

In den Vereinigten Staaten ist diese Entwicklung bereits in vollem Gang: Im Mai entstanden 248000 neue Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft, erklärte das Arbeitsministerium am Freitag in Washington. Das war deutlich mehr als erwartet – und schon der dritte Anstieg in Folge. Gleichwohl verharrte die Arbeitslosenquote auf dem Stand von 5,6 Prozent. Der Arbeitsmarkt in den USA hinkte dem Wachstum lange hinterher, weshalb Wirtschaftsexperten den dortigen Aufschwung lange Zeit für fragil gehalten hatten. Das Ministerium korrigierte zugleich die Schätzungen für die vergangenen Monate nach oben: So seien im April 346000 zusätzliche Stellen geschaffen worden, 58000 mehr als zuerst angenommen. Im März entstanden 353000 neue Jobs. Trotz des Zuwachses der vergangenen Monate sind während der Regierungszeit von Präsident George W. Bush insgesamt 1,16 Millionen Jobs verloren gegangen. Der jetzige Aufschwung weckt jedoch auch Befürchtungen: Die Besserung des Arbeitsmarktes macht eine baldige Leitzinserhöhung durch die US-Notenbank Federal Reserve wahrscheinlich. brö

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