Wirtschaft : Industrie bleibt unverzichtbar

BONN (wei).Die Industrie bleibt auch in Zukunft unverzichtbar für den Standort Deutschland.Zu diesem Ergebnis kommt das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) in einer Untersuchung für die Intermedia-Stiftung.Das produzierende Gewerbe und die produktionsnahen Dienstleistungen sind nach der Untersuchung zu einem "komplementären Beziehungsgeflecht" zusammengewachsen, in dem auch in Zukunft rund ein Drittel des deutschen Sozialproduktes entstehe, sagte IW-Chef Gerhard Fels am Mittwoch in Bonn.

Der Beitrag des verarbeitenden Gewerbes zum deutschen Sozialprodukt beträgt nach der Untersuchung inzwischen noch 24 Prozent, 1990 waren es noch 30 Prozent.Diese Entwicklung wird nach Ansicht des IW jedoch vor allem durch das sogenannte "outsourcing" verursacht, das heißt die rechtliche Verselbständigung einzelner Leistungsbereiche, die früher Bestandteil der Industrieunternehmen waren.Beschleunigt wurde der Rückgang der Industrieproduktion durch die Wiedervereinigung.

Würden die Vorleistungen mitgerechnet, die zur Herstellung der Industrieprodukte nötig sind, wäre der Anteil des verarbeitenden Gewerbes am Sozialprodukt um 8,5 Prozent höher und in Westdeutschland kaum geringer als in den 80ger Jahren.Von einer "De-Industrialisierung" könne also keine Rede sein.Allerdings wachse der Anteil der Vorleistungen gegenüber der Produktion im engeren Sinne.Er betrage inzwischen nahezu ein Zehntel gegenüber weniger als einem hundertstel vor 20 Jahren.Für den Arbeitsmarkt ergebe sich daraus, daß neue Jobs "auf der industriellen Basis" vor allem in den Dienstleistungsbereichen entstehen.Zu unterscheiden seien jedoch zwei grundsätzlich unterschiedliche Tendenzen.Die Zulieferer der Industrie benötigten hoch qualifizierte Leute wie Rechtsanwälte, Werbefachleute, Unternehmensberater, Architekten allerdings auch Sicherheitsdienste oder Gebäudereiniger.Ein völlig anderes Potential für Dienstleistungen gebe es in den Haushalten, wo auch weniger qualifizierte Kräfte zum Einsatz kommen könnten.

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