Wirtschaft : Industrie finanziert Land derIdeen

Imagekampagne für WM hat das Geld zusammen

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Berlin Die deutsche Industrie hat nach monatelangen Verhandlungen ihren Finanzierungsbeitrag zur Imagekampagne „Land der Ideen“ anlässlich der Fußball-WM 2006 zugesagt. 22 Firmen brachten die geforderten zehn Millionen Euro auf. „Damit ist die Kampagne voll finanziert“, sagte der Geschäftsführer der FC Deutschland GmbH, Mike de Vries, am Donnerstag der dpa. Weitere zehn Millionen Euro steuert der Bund bei. Nach Tagesspiegel-Informationen sagte zuletzt Bayer eine Million Euro Unterstützung zu. Die deutsche Autoindustrie gehört nach wie vor nicht zu den Partnern der Kampagne, die zur WM den Standort Deutschland bewerben soll.

„Wir haben einige Hürden nehmen müssen. Inzwischen steht die Wirtschaft weitgehend geschlossen hinter der Kampagne“, sagte de Vries. Der Startschuss für die Öffentlichkeit fällt am 3. Oktober bei den Feiern zur Deutschen Einheit. Am 30. Dezember soll im Rahmen eines Ideenboulevards ein riesiger Fußballschuh vor dem Reichstag enthüllt werden. Auch die Silvester-Party am Brandenburger Tor soll nach Informationen dieser Zeitung unter der Schirmherrschaft der Kampagne stehen.

„Mit den Bundesmitteln können wir bereits arbeiten, die Vorbereitung der Kampagnen läuft auf Hochtouren“, betonte de Vries. „Ich rechne damit, dass wir in den nächsten Wochen zusätzliche Partner gewinnen werden, um die Kampagne 2006 ausbauen zu können.“ Obwohl unter den bekannt gewordenen Sponsoren kein Fahrzeughersteller ist, meinte de Vries: „Ich bin zuversichtlich, dass die Automobilindustrie noch mit an Bord kommt.“

BMW und VW hatten abgesagt, zum Eklat war es gekommen, als Porsche-Chef Wendelin Wiedeking eine Million Euro zurückzog, weil es zu einem Streit mit BDIVize Michael Rogowski gekommen war. Bliebe Daimler-Chrysler als potenzieller Finanzier. Dort hieß es jedoch auf Anfrage, die Entscheidung sei Vorstandssache. Da Dieter Zetsche gerade erst den Chefsessel übernommen hat, ist nicht mit einer baldigen Zusage zu rechnen.

Ein möglicher Regierungswechsel nach der Wahl gefährdet die Kampagne nicht. Ronald Pofalla, wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU, sagte dem Tagesspiegel: „Eine unionsgeführte Bundesregierung wird die WM-Kampagne fortsetzen.“ Die Chance, die sich neben dem sportlichen Aspekt vor allem für den Wirtschaftsstandort und das Image des Landes biete, müsse voll genutzt werden. „Ich glaube, dass daran Politik, Unternehmen und Fußballfans ein Interesse haben“, sagte Pofalla. mot/dpa

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