Wirtschaft : Industrie im Osten baut weniger Jobs ab

Betriebe in den neuen Ländern erwarten für das Jahr 1998 zehn Prozent Produktionswachstum MÜNCHEN (dpa/rtr).Die ostdeutsche Industrie erwartet in diesem Jahr ein Produktionswachstum von zehn Prozent, wie die jüngste Studie des Ifo-Instituts ergab.Besonders die Hersteller von Investitionsgütern rechneten mit einem hohen Anstieg, schrieben die Wirtschaftsforscher in ihrer Analyse.Die Gewinnsituation in den Firmen habe sich verbessert, sei aber noch nicht befriedigend. Von den fast 2,8 Mill.Industriebeschäftigten im Durchschnitt des Jahres 1990 sind im vergangenen Jahr noch 563 000 verblieben.Im laufenden Jahr werden kaum noch Stellen wegfallen.Das erwarten die Konjunkturforscher nach der Auswertung einer Umfrage bei 635 ostdeutschen Industriebetrieben im Januar 1998.Die Beschäftigung in der ostdeutschen Industrie könnte 1998 um etwa 0,5 Prozent sinken.1997 lag der Rückgang bei vier Prozent.Jedoch beschränke sich der Stellenabbau auf den Grundstoffsektor.Unternehmen aus anderen Branchen wollten ihr Personal dagegen leicht aufstocken. Die ostdeutsche Industrie sei 1997 mit beachtlichem Tempo weiter gewachsen, heißt es.Das Wachstum im Osten habe im vergangenen Jahr aber erstmals seit der Vereinigung hinter dem des Westens gelegen.Das Produktionsvolumen sei zwar nicht mehr um elf Prozent wie in den ersten neun Monaten gestiegen, sondern im letzten Quartal um sieben Prozent.Im Jahresdurchschnitt habe es aber um rund neun Prozent zugelegt.1996 seien es nur knapp sechs Prozent gewesen.Das Wachstum hätten 1997 unter anderem die Rundfunk- und Nachrichtentechnik sowie die Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten und Büromaschinen getragen.Zurückgegangen seien dagegen die Mineralölverarbeitung, die Produktion von Schiffen und von landwirtschaftlichen Maschinen. Die Ertragslage in der ostdeutschen Industrie verbessert sich nach Ifo-Angaben zwar zunehmend, ist aber längst noch nicht zufriedenstellend.28 Prozent aller Unternehmen nannten sie schlecht, 56 Prozent befriedigend und nur 16 Prozent gut.Trotzdem sei das Ergebnis besser als in den Vorjahren.Die Gewinnrückstände hätten offenbar in der zweiten Hälfte 1997 stark reduziert werden können.Der ostdeutschen Industrie gehe es besser, weil der Anteil an Verlustunternehmen von über zwei Fünfteln 1996 auf knapp ein Drittel 1997 gesunken sei. Die aufwärts gerichtete Produktion im Osten werde im wesentlichen von der Inlandsnachfrage gestützt, heißt es.Die seit Jahresbeginn 1997 außerordentlich kräftig steigenden Auslandsaufträge hätten noch ein zu geringes Gewicht, um die Entwicklung nachhaltig zu beeinflussen.Trotzdem hätten die Geschäftsabschlüsse mit Auslandskunden um 40 Prozent zugelegt.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar