Wirtschaft : Industrie mit mehr Umsatz und weniger Stellen

Westdeutsche Unternehmeninvestieren im Ausland/Ifo-Umfrage über die Planungen bis 2001

MÜNCHEN (dpa).Die westdeutsche Industrie erwartet in den nächsten Jahrenkontinuierlich steigende Umsätze bei immer weniger Beschäftigten imInland und mehr Auslandsfertigung.Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfragedes Münchner Ifo-Instituts zu den Plänen bis zum Jahre 2001.Da dieFirmen bei der Inlandsnachfrage offensichtlich mit keiner Dynamik rechnen,wollen sie ihre Investitionen im Inland nicht weiter erhöhen.ImGesamtzeitraum 1997 bis 2001 erwarten die Firmen durchschnittlich jährlichreal 2,7 Prozent mehr Umsatz und eine um 1,3 Prozent rückläufigeBeschäftigtenzahl.An der Umfrage im Frühjahr beteiligten sich 356Firmen, die ein Viertel aller Beschäftigten in der westdeutschen Industrierepräsentieren.Den Angaben zufolge zeichnet sich keine Trendwende amArbeitsmarkt ab.Allerdings schwäche sich der Stellenabbau in dennächsten Jahren ab.Nach über drei Prozent weniger Beschäftigten 1997wird in 1998 nur noch ein weiterer Rückgang um ein Prozent und in denFolgejahren um 0,5 Prozent erwartet.Die Planungen könnten nach obengeändert werden, wenn die Lohnstückkosten sich weiter günstigentwickelten, schreibt das Ifo.Im Ausland wollen die Firmen Stellenschaffen, um durchschnittlich 1,6 Prozent pro Jahr.In einer weiteren Analyse verweist das Ifo-Institut darauf, daß der Trendzur Globalisierung nicht für die verhaltene Investitionsentwicklung inDeutschland verantwortlich gemacht werden kann.Der bisher verhalteneInvestitionsaufschwung im Inland spiegele "im wesentlichen ungünstigeInvestitionsbedingungen wider".Es fehle derzeit an "Veränderungen in denpolitökonomischen Rahmenbedingungen, welche die Phantasie der Investorenpositiv anregen".

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