Wirtschaft : Industrie will sich Rohstoffe sichern BDI plant gemeinsames Abbau-Unternehmen

Hamburg - Teile der deutschen Industrie wollen einem Pressebericht zufolge gemeinsam ein Unternehmen zur globalen Rohstoff-Förderung aus der Taufe heben. Wie das „Manager Magazin“ in seiner neuen Ausgabe berichtet, hat der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) ein Konzept für eine „global agierende, gewinnorientierte Rohstoffgesellschaft“ vorgelegt. Sie solle sich etwa bei Abbau, Verarbeitung und Verkauf von sogenannten Seltenen Erden sowie Wolfram und Kokskohle engagieren.

Die Industrie soll dem Bericht zufolge bei der „Allianz für Rohstoffsicherung“ (ARS) als Gesellschafter auftreten, von der Bundesregierung werde finanzielle Hilfe erwartet. Es seien jedoch nicht alle Firmen bereit, bei der neuen Gesellschaft mitzumachen.

Laut dem Magazin soll die von einer eigenen Geschäftsführung geleitete ARS nach den BDI-Plänen vier Rohstoffvorkommen erschließen, außerdem ist eine Beteiligung an einem „Großvorhaben“ einschließlich Förderung, Verarbeitung und Verkauf „denkbar“. Die beteiligten Firmen sollen Vorkaufsrechte erhalten. Der Gesamtinvestitionsbedarf werde auf mehr als eine Milliarde Euro geschätzt. Der Autobauer Daimler und der Chemiekonzern Evonik hätten bereits Starteinlagen für die Gesellschaft zugesichert, schreibt die Zeitschrift.

Die deutsche Industrie äußerte sich angesichts steigender Rohstoffpreise und eines voraussichtlich stark steigenden weltweiten Verbrauchs zuletzt wiederholt besorgt über ihre Wettbewerbsfähigkeit und die Sicherheit ihrer Bezugsquellen. Engpässe werden unter anderem bei den sogenannten Seltenen Erden erwartet. Das sind Spezialmetalle wie Scandium oder Lantan, die zur Herstellung von Elektronik- und Hightechprodukten wie Notebooks oder Akkus unverzichtbar sind, aber nur selten vorkommen. AFP

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