Wirtschaft : Industrie

NAME

Die sächsische Industrie hat die Flut hart getroffen. In den 14 Katastrophenlandkreisen sind täglich sieben Einsatzteams unterwegs, um betroffene Unternehmen zu betreuen. Aus den Förderakten des Wirtschaftsministeriums geht hervor, dass in jenen Landkreisen in den vergangenen zehn Jahren 22,8 Milliarden Euro investiert wurden. Unter der Annahme, dass rund zehn Prozent der Fläche jener Landkreise von der Flut betroffen waren, errechnet das Ministerium so einen Schaden von rund zwei Milliarden Euro. Nach Angaben von Wirtschaftsminister Martin Gillo (parteilos) seien rund 40 000 Arbeitsplätze betroffen, bis zu 100 000 Arbeitsplätze seien mittelbar gefährdet. Der Schaden sei deshalb so hoch, weil sich die Industrie seit Jahrhunderten bevorzugt entlang der Wasserläufe zwischen Erzgebirge und Elbe angesiedelt habe, heißt es. Betroffen sind in Sachsen vor allem kleinere und mittlere Unternehmen. Dem Erzgebirge, eine der besonders stark betroffenen Regionen, sind große Firmen zumeist ferngeblieben. Unternehmen wie die Chipproduzenten Infineon oder AMD ließen sich in Dresden-Klotzsche nieder, das fast 100 Meter über der Stadt liegt, und blieben deshalb verschont. Dagegen traf es Unternehmen wie das Sächsische Druck- und Verlagshaus mit 80 Mitarbeitern, das von der Weißeritz überflutet wurde und einen Schaden von rund vier Millionen Euro vermeldet, oder die Sächsischen Sandsteinwerke mit 230 Mitarbeitern, die einen Schaden von 500 000 Euro beklagen. Weiter elbabwärts wird die Situation übersichtlicher. Dass es gelungen ist, den Chemiepark von Bitterfeld vor der Überschwemmung zu bewahren, wird in Sachsen-Anhalt als glückliches Ereignis gefeiert. In Mecklenburg-Vorpommern erwartet man, „mit einem blauen Auge“ davonzukommen, sofern an dem nur 24 Kilometer langen Elbabschnitt die Dämme halten. Sollte das nicht der Fall sein, seien nach Auskunft des Wirtschaftsministeriums rund 1600 zumeist kleinere Betriebe bedroht. rah.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben