Wirtschaft : Industriegüter auch im Inland wieder gefragt

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Frankfurt am Main - Im Maschinenbau ist der lang ersehnte Funke des Exports auf das Inlandsgeschäft übergesprungen. Die deutsche Schlüsselindustrie erwartet nun einen anhaltenden Aufschwung und ist optimistisch für 2006. „Die Firmen sind wieder in Investitionslaune“, berichtete der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Sogar der jahrelange Stellenabbau könne in diesem Jahr gestoppt werden. Insgesamt rechnet der VDMA für 2006 mit einem Produktionsplus von zwei Prozent. „Die Tendenz geht ganz klar nach oben, die Stimmung im Inland ist besser geworden“, sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers.

Im November 2005 waren die Aufträge aus Deutschland mit real plus 15 Prozent im Vergleich zum November 2004 so stark wie seit eineinhalb Jahren nicht mehr gestiegen. Besonders gut haben sich laut VDMA Werkzeugmaschinen verkauft, was der Verband als Zeichen für die Investitionslust der Firmen wertet. Im Gesamtjahr 2005 sollen die Inlandsaufträge aber nur etwa das Vorjahresniveau erreichen. Die Produktion ist 2005 voraussichtlich auf einen neuen Rekord von rund 144 Milliarden Euro geklettert.

Ungebrochen stark bleibt der Export, der seit Monaten Antriebsmotor für den Maschinenbau ist. „Aus dem Ausland kommen Monat für Monat neue Großaufträge“, sagte Wiechers. Die Auslandsorders kletterten im November um 25 Prozent nach oben. Dabei profitiert die Branche weiter von der Nachfrage aus den Energie exportierenden Ländern Iran, Irak, Saudi-Arabien oder auch Russland, die ihre mit Erdöl verdienten Dollar in Industriemaschinen stecken. Besonders beliebt waren Bergbau- und Fördermaschinen sowie Hütten- und Walzwerke.

2006 will die Branche zwar den jahrelangen Stellenabbau stoppen, neue Stellen sollen aber nicht entstehen. 2005 schrumpfte die Mitarbeiterzahl nach vorläufigen Zahlen um 5000 auf 858 000. Vor zehn Jahren zählte die Branche noch 965 000 Beschäftigte. dpa

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