Wirtschaft : Industrieller Kern in der Uckermark

Modernisierung der PCK Raffinerie Schwedt kommt voran / Rexrodt sieht "leuchtendes Beispiel"

BERLIN (alf).Von einem "leuchtenden Beispiel für Umweltfreundlichkeit und Produktivität" sprach der Bundeswirtschaftsminister.Günter Rexrodt meinte die Raffinerie in Schwedt, bei der am Donnerstag eine modernisierte Rohöldestillation in Betrieb genommen wurde.Rund 110 Mill.DM haben die Anteilseigner - die Mineralölgesellschaften Agip, DEA, Elf, Ruhr Oel und Total - investiert.Nunmehr habe sich die PCK Raffinerie Schwedt mit einer Rohölverarbeitungskapazität von 10,5 Mill.Jahrestonnen "dem Bedarf des Marktes angepaßt".Insgesamt seien bislang 1,7 Mrd.DM in Schwedt investiert worden; nach der Fertigstellung des Kraftwerks und weiterer Projekte Mitte nächsten Jahres betrage das Investitionsvolumen 2,4 Mrd.DM.Die Raffinerie habe damit "den Anschluß an die leistungsfähigsten Anlagen in Europa gefunden", sagte Kuhnt.Voraussichtlich im kommenden Jahr würden erstmals schwarze Zahlen geschrieben. Rexrodt bezeichnete die Privatisierung der PCK Schwedt als "eine Erfolgsgeschichte".Investieren in den neuen Ländern lohne sich "insbesondere" wegen der "hochmotivierten und gutausgebildeten Mitarbeiter".Die Raffinerie biete heute 1600 wettbewerbsfähige Arbeitsplätze."Auf Dauer", so ergänzte RWE-Chef Kuhnt, würden in der Raffinerie "ab dem Jahr 2000 etwa 1400 Arbeitsplätze gesichert".Der Wirtschaftsminister betonte in seiner Ansprache die Fortsetzung der Wirtschaftsförderung Ost "auf hohem Niveau".Zur umstrittenen Ausstattung der Gemeinschaftsaufgabe Ost - Finanzminister Waigel will einige hundert Mill.DM sowohl in diesem als auch im nächsten Jahr sparen - kündigte Rexrodt eine "einvernehmliche Lösung bei der nächsten Länderministerkonferenz Ende des Monats" an.Sowohl die neuen Bundesländer als auch der Bund müßten sich bewegen."Eine Störung des Investitionsklimas wird es nicht geben", glaubt der Minister. Kuhnt stellte die Bedeutung des RWE-Konzerns in den neuen Ländern heraus.Inklusive Beteiligungen an der Lausitzer Braunkohle AG und am Stromversorger Veag sowie der rund 180 DEA-Tankstellen habe RWE von 1990 an rund sieben Mrd.DM in den neuen Ländern investiert; insgesamt beschäftige der Konzern in Ostdeutschland 31 000 Mitarbeiter.Die PCK Raffinerie ist neben den benachbarten Papierfabriken der einzige große Arbeitgeber in der Uckermark."Wir und die anderen Anteilseigner sind uns der daraus erwachsenden sozialpolitischen Verantwortung bewußt", sagte Kuhnt und wies gleichsam als Beleg auf die Ausbildungsquote von 9,3 Prozent.In diesem Jahr werde PCK 43 Ausbildungsplätze bereitstellen, so daß vom 1.September an 149 Azubis in der Raffinerie arbeiten.Ferner überreichte Kuhnt eine Spende der DEA AG in Höhe von 50 000 DM für Betroffene der Hochwasserkatastrophe. Der RWE-Chef nutzte die Anwesenheit von Rexrodt und Brandenburgs Umweltminister Matthias Platzeck für eine Warnung an die Politik.Die Mineralölverarbeitung in Deutschland sei zwar auf dem Weg aus der Misere."Höhere Belastungen als in unseren Nachbarländern aufgrund neuer Umweltschutzauflagen oder höherer Steuern sind für die deutsche Mineralölindustrie auf Dauer allerdings nicht verkraftbar." So seien die deutschen Umweltschutzkosten rund 14 Prozent höher als im europäischen Durchschnitt.Kuhnt forderte eine bessere Verkehrsinfrastruktur, ein neuer Grenzübergang nach Polen "wäre ein Anreiz für die wirtschaftliche Entwicklung".Die Uckermark brauche "neue Anreize und Initiativen zu wirtschaftlichen Tätigkeit".

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