Wirtschaft : Industrieproduktion: Konjunktur in Deutschland zeigt sich etwas robuster

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Die Industrieproduktion in Deutschland hat den im November eingeschlagenen gemäßigten Wachstumskurs beibehalten. Auf das etwas freundlichere Konjunkturbild zum Jahresende fällt aber der Schatten einer sich wieder beschleunigenden Preissteigerung. Nach den Auftragseingängen im verarbeitenden Gewerbe entwickelte sich auch die Erzeugung des produzierenden Gewerbes in Deutschland im Dezember besser, als Bank-Volkswirte erwartet hatten. Die Produktion legte saisonbereinigt zum Vormonat um 0,7 Prozent zu. Allerdings stieg die Produktion nur in Westdeutschland (plus 0,8 Prozent). Im Osten nahm sie um 2,1 Prozent ab, wozu Rückgänge im verarbeitenden Gewerbe und in der Bauwirtschaft beitrugen. Im Gesamtjahr 2000 steigerte das produzierende Gewerbe seine Erzeugung bundesweit deutlich auf 5,5 Prozent. Beim verarbeitenden Gewerbe verdeckt der starke Zuwachs im Jahresdurchschnitt (7,1 Prozent im Westen und 13,2 Prozent im Osten), dass die Produktion in diesem Bereich im vierten Quartal etwas niedriger war als im dritten Vierteljahr. Auftragseingänge, die im Schlussquartal deutlich zulegten, und Produktion driften damit wieder auseinander. Ändern dürfte sich dies, wenn die neu eingegangenen Aufträge in den nächsten Monaten produktionsreif werden.

Mit 2,4 Prozent hat die Teuerungsrate in Deutschland im Januar wieder die Höhe von November 2000 erreicht. Wie vorausgeschätzt stiegen die Verbraucherpreise gegenüber Dezember um 0,5 Prozent. Dies beruhte vor allem auf teureren Nahrungsmitteln (plus 1,5 Prozent zum Vormonat). Der Preisanstieg ohne Mineralölerzeugnisse kletterte deshalb sprunghaft von 1,6 auf 2,2 Prozent, womit die so genannte Kerninflation nur noch knapp unter der gesamten Teuerungsrate liegt. Benzin war im Januar trotz der höheren Ökosteuer 3,3 Prozent billiger als im Dezember.

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