Industriespionage : SAP prüft Verkauf von verdächtiger US-Tochter

In "unangemessener Weise" sollen amerikanische Mitarbeiter des Software-Konzerns den Konkurrenten Oracle ausspioniert haben. Nun erwägt der Walldorfer Software-Riese den Verkauf der US-Tochter - deren Chef nahm bereits seinen Hut.

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Der Dax-Konzern SAP befindet sich seit Jahren im Wettstreit mit Oracle. -Foto: ddp

Walldorf/BryanEuropas größter Softwarehersteller SAP prüft einen Verkauf seiner unter Industriespionage-Verdacht stehenden US-Tochter TomorrowNow. TomorrowNow-Chef Andrew Nelson und mehrere weitere Führungskräfte verlassen das Unternehmen. Dies teilte SAP gestern Abend in Walldorf mit. Für die Sparte würden derzeit verschiedene Szenarien geprüft. Dazu zähle auch der Verkauf.

Mitarbeiter von TomorrowNow hatten von einer Webseite des Konkurrenten Oracle Wartungsdokumente heruntergeladen - in "unangemessener Weise", wie selbst SAP einräumte. Oracle klagt deshalb wegen Industriespionage gegen SAP. Der deutsche Hersteller will sich mit dem Erzrivalen außergerichtlich einigen. Oracle reagierte bisher jedoch nicht darauf.

SAP hatte TomorrowNow mit Sitz in Bryan (Texas) Anfang 2005 komplett übernommen. Das Unternehmen bietet Dienstleistungen für Softwareanwendungen an. (mit dpa)

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