Wirtschaft : Industriestadt Ulsan umwirbt Berliner Firmen mit günstigen Konditionen

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Deutsche Unternehmen genießen in Korea ein hohes Ansehen. Grundsätzlich unterschätze die deutsche Wirtschaft aber die Bedeutung ihrer Aktivitäten in Ostasien, so auch in Korea, betonte S. J. Park vom Ost-Asien-Institut und Professor an der FU am Donnerstag im Rahmen einer Präsentation der koreanischen Industrie- und Hafenstadt Ulsan in Berlin. Park, der seit über zwei Jahrzehnten in Berlin lebt und deutschen Managern Kultur und Mentalität der Asiaten näher bringt, sagte, deutsche Investoren seien in Korea sehr populär. Insbesondere auch Mittelständler seien willkommen. Etwa 18 Prozent der gesamten koreanischen Importe entfallen auf Ulsan, das als Zentrum der südkoreanischen Schwer- und Chemieindustrie gilt. Bereits aktiv sind hier unter anderem internationale Konzerne wie BASF oder DuPont. Ausländischen Investoren bietet die mit einer Million Einwohnern siebtgrößte Stadt Südkoreas günstige Konditionen. Eigens für ausländische Unternehmen entsteht zurzeit auch ein Industriepark. Gemessen an Wirtschaftswachstum, Inflation und Arbeitslosenquote befindet sich die Wirtschaft Koreas nach dem Einbruch infolge der Asien-Krise wieder im Aufwärtstrend. Nachdem noch im letzten Quartal 1998 die Wirtschaftskraft um über fünf Prozent schrumpfte, wird zur Zeit mit einer jährlichen Wachstumsrate zwischen 6,8 und acht Prozent gerechnet. Die jährliche Inflationsrate sank von 7,5 Prozent auf nun 0,7 Prozent. Die Statistik offenbart auch, wie stark das Interesse deutscher Unternehmen an Korea bereits gestiegen ist. Nach Angaben der Deutschen Bundesbank erhöhten sich die deutschen Investitionen vor Ort von 107 Millionen Dollar im Jahr 1996 auf 252 Millionen Dollar im Jahr 1997 auf 1,2 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr. Unter den asiatischen Ländern hat Korea damit vor China (504 Millionen Dollar), Singapore (327) Japan (146), Taipei (54) und Hongkong (zehn) die Nase vorn.

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