• Infineon-Aktionäre ziehen Bilanz eines „schwarzen Jahres“ Vorstand verteidigt seine Strategie auf der Hauptversammlung

Wirtschaft : Infineon-Aktionäre ziehen Bilanz eines „schwarzen Jahres“ Vorstand verteidigt seine Strategie auf der Hauptversammlung

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München (nad). InfineonChef Ulrich Schumacher musste sich nach zwei verlustreichen Geschäftsjahren am Dienstag die heftige Kritik seiner Aktionäre anhören. Auf der Hauptversammlung versuchte Schumacher die verärgerten Anleger mit einem vorsichtig optimistischen Ausblick zu besänftigen. „Wenn es im laufenden Geschäftsjahr wieder Verluste gibt, müssen klare Schnitte bei den Geschäftsbereichen und Konsequenzen auf höchster Ebene gezogen werden“, forderte Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Das abgelaufene Geschäftsjahr sei ein „schwarzes Jahr für Infineon“ gewesen.

Bergdolt zufolge hat der Kursverlauf vom Montag gezeigt, dass die Anleger den guten Zahlen von Infineon nicht trauen. Der Münchener Halbleiter-Hersteller hatte am Montag Zahlen für das Auftaktquartal des Geschäftsjahres 2002/03 vorgelegt und die Erwartungen der Analysten leicht übertroffen.

Schumacher bekräftigte bei der Hauptversammlung, Infineon sei derzeit auf einem guten Weg. „Ich denke, dass wir in den nächsten zwei bis drei Quartalen die Talsohle durchschreiten werden“, sagte er. Schumacher räumte aber ein, dass sich die Aktie mit einem Kursverfall von rund 70 Prozent im abgelaufenen Geschäftsjahr „leider enttäuschend entwickelt“ habe. „Herr Schumacher, Sie sind nur noch Mister zehn Prozent“, sagte ein verärgerter Aktionär mit Blick auf den mehr als 90-prozentigen Kursverlust der Aktie seit ihren Höchstständen.

Für die Verluste machte der Konzernchef die weltweite Konjunkturflaute und den Preisverfall bei Speicherchips, dem Kerngeschäft von Infineon, verantwortlich. Er machte aber klar, weiter an dem schwankungsanfälligen Geschäft festhalten zu wollen. „Wir haben in dieser Sparte erstmals seit sieben Quartalen wieder die Gewinnschwelle überschritten“, sagte Schumacher.

Am Absturz der Aktie seien nicht nur die fallenden Chippreise schuld, sagte die Portfolio-Managerin Britta Unterberg von der Fondsgesellschaft DWS. „Auf den Kurs drückt vielmehr die Sorge der Anleger über die Liquiditätslage von Infineon.“ Ein anderer Aktionär wies darauf hin, dass Marktführer Samsung es schaffe, trotz der Flaute profitabel zu sein. Schumacher bekräftigte das Ziel von Infineon, seine Strategie „Agenda 5-to-1“ umzusetzen und in den nächsten fünf Jahren zu den vier führenden Halbleiterherstellern weltweit und in allen Geschäftssegmenten zu den Top Drei zu gehören.

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