Wirtschaft : Infineon baut auf „Powerchips“ mit neuer Fabrik in Malaysia

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Kulim - Der Halbleiterhersteller Infineon will den Umsatzverlust durch die Trennung von seiner Speichersparte möglichst schnell kompensieren. Vor allem im Geschäft mit Chips zur Steuerung der Stromversorgung von elektrischen Geräten rechnet sich die frühere Siemens-Tochter Wachstumschancen aus. Konzernchef Wolfgang Ziebart plant, den Umsatz mit den so genannten Leistungshalbleitern in den nächsten vier Jahren zu verdoppeln. „Das ist ein traumhafter Markt für uns, in dem wir noch viel Potenzial haben“, sagte Ziebart am Dienstag anlässlich einer Fabrikeröffnung in Malaysia. Derzeit erwirtschaftet Infineon mit Leistungshalbleitern (Powerchips) jährlich rund 800 Millionen Euro. Bis 2010 sollen es 1,6 Milliarden Euro werden.

Infineon hatte im August seine Speichersparte unter dem Kunstnamen Qimonda an die Börse gebracht. Noch hält Europas zweitgrößter Chipkonzern die Mehrheit an Qimonda. So schnell wie möglich will Ziebart den Anteil jedoch komplett herunterfahren. Dadurch verliert das Unternehmen etwa die Hälfte des Umsatzes.

Vor allem Leistungshalbleiter sollen künftig für Wachstum sorgen. Die Nachfrage klettert kräftig, weil sich mit modernen Chips Strom sparen lässt. Sie werden in Klimaanlagen eingebaut, in Motoren oder Haushaltsgeräte. Infineon ist Weltmarktführer mit einem Anteil von 9,3 Prozent. In seinem neuen Werk in Malaysia kann der Konzern günstiger produzieren als in Regensburg und Villach. „Hier können wir Halbleiter produzieren, die sich in Deutschland und Österreich nicht wirtschaftlich fertigen lassen“, sagte Ziebart. Infineon investiert rund 800 Millionen Euro in seine erste eigene Chipfertigung in Asien. An der Börse gehörte Infineon am Dienstag zu den Tagesgewinnern mit einem Plus von mehr als drei Prozent auf rund 9,60 Euro. jojo/HB

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