Wirtschaft : Infineon-Chef Ziebart macht sich Mut Verlust bei Speicherchips steigt unerwartet stark an

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Berlin/München - Die Ertragsprobleme des Münchner Halbleiter-Konzerns Infineon weiten sich aus. Nachdem im Speicherchipgeschäft der Verlust im ersten Geschäftsquartal unerwartet stark gestiegen ist, droht auch die so genannte Logikchipsparte in die roten Zahlen zu rutschen. An den Plänen, das stark schwankende Speichersegment Mitte des Jahres auszugliedern, will Infineon-Chef Wolfgang Ziebart dennoch festhalten. Auch ein Börsengang wird weiter erwogen. „Insgesamt sehen wir der Zukunft optimistisch entgegen“, gab sich Ziebart am Dienstag zuversichtlich. Die Aktie stieg um 1,3 Prozent, nachdem sie vergangenen Freitag nach Bekanntgabe vorläufiger Zahlen abgestürzt war.

„Das Ergebnis in der Speichersparte ist nicht erfreulich“, räumte Ziebart ein. Ursache für den missglückten Jahresauftakt sei aber das Marktumfeld, nicht die operative Schwäche des Unternehmens gewesen. So seien die durchschnittlichen Verkaufspreise für Speicherchips stark gefallen. „Diese Geschäftsentwicklung ist nicht ungewöhnlich“, so Ziebart. Gleichwohl sorgte sie dafür, dass Infineon den Verlust im ersten Quartal nicht wie geplant halbierte, sondern verdreifachte.

Im ersten Quartal 2005/06 (30. September) stieg der Konzernverlust vor Zinsen und Steuern im Vergleich zum Vorquartal (43 Millionen Euro) auf 122 Millionen Euro. Dabei machte allein die Speichersparte ein Minus von 118 Millionen Euro. Auch der Kommunikationsbereich machte keinen Gewinn. Nur die Auto- und Industrieelektronik konnte den Gewinn vor Zinsen und Steuern im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent auf 51 Millionen Euro steigern. Ziebart erwartet allerdings hier im laufenden Quartal rückläufige Gewinne. Da gleichzeitig der Verlust in der Kommunikationssparte von zuletzt 21 Millionen Euro weiter steigen könne, seien in der Logikchipsparte insgesamt rote Zahlen im zweiten Quartal wahrscheinlich. mot

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