Wirtschaft : Infineon enttäuscht die Aktionäre

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München - Die Aktionäre des Münchener Halbleiterproduzenten Infineon haben auf der Hauptversammlung eine Mitsprache bei der geplanten Trennung des Konzerns vom Speicherchipgeschäft gefordert. „Infineon wird strategisch neu aufgestellt, darüber sollten wir abstimmen dürfen“, sagte Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) am Donnerstag in München. Vorstandschef Wolfgang Ziebart lehnte dies jedoch ab, weil er Klagen von Anteilseignern befürchtet.

Europas zweitgrößter Chipproduzent will sein stark schwankendes Speichergeschäft im Juli auf eigene Beine stellen und sich auf das wesentlich stabilere Geschäft mit so genannten Logikchips konzentrieren. Damit würde Infineon 40 Prozent seines Umsatzes von sieben Milliarden Euro abgeben. „Infineon verliert eines seiner beiden Standbeine. Der Konzern wird völlig neu aufgestellt“, begründete Bergdolt ihre Forderung nach einer Abstimmung. Infineon-Chef Ziebart blieb allerdings hart. Da Anteilseigner die Beschlüsse von Hauptversammlungen anfechten könnten, lehnte er eine Abstimmung ab. Damit wollte er sicherstellten, dass er seinen Zeitplan einhalten kann. Ziebart: „Wir wollen unseren Beschluss zügig und sicher umsetzen.“

Die Auseinandersetzung zwischen Infineon und Ex-Vorstandschef Ulrich Schumacher eskaliert unterdessen. Interne und staatsanwaltschaftliche Untersuchungen hätten Fakten zu Tage gebracht, die das Unternehmen zum Handeln gezwungen hätten, sagte Aufsichtsratschef Max Dietrich Kley. Daher seien der Abfindungsvertrag und sein früherer Anstellungsvertrag gekündigt worden. Laut „Manager Magazin“soll Schumacher private und dienstliche Belange vermischt haben. Schumacher kritisierte das Vorgehen des Unternehmens scharf. jojo (HB)/dpa

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