Wirtschaft : Infineon ist nichts für Kleinanleger

Börse verkehrt: Infineon berichtet einen Milliardenverlust und der Aktienkurs steigt deutlich an. Die Analysten hatten mit einem noch schlechteren Ergebnis gerechnet und seien positiv überrascht worden, heißt es. Der Chiphersteller habe mehr Geld in der Kasse als angenommen. Infineon-Chef Ulrich Schumacher behauptet, damit könne er drei weitere Quartale überleben, auch wenn die Preise für Speicherchips im Keller bleiben. Das heißt aber auch: Soll das Geschäft wieder besser laufen, muss im nächsten Jahr die Konjunktur wieder anspringen. Und das ist keineswegs ausgemachte Sache.

Als Infineon im März 2000 an die Börse ging, warnten Branchenkenner vor der Konjunkturanfälligkeit des Werts. Umsonst: Infineon wurde als große Volksaktie gefeiert und jedem Kleinanleger verkauft. Dass es mit der Chipbranche bald bergab gehen würde, wussten zwar auch Schumacher und die Banken, die den Börsengang begleiteten. Doch niemand widersprach, als Schumacher seinen Aktionären einen Aufschwung bis zum Jahr 2003 in Aussicht stellte. Noch im Januar 2001 redete Schumacher die Situation schön, rechnete mit einem Aufschwung am Ende des Jahres. Zwar sind nun Lichtblicke zu erkennen. Infineon senkt konsequent die Kosten und investiert in modernste Fertigungstechnologie. Diese Maßnahmen müssen greifen, bis die Krise am Halbleitermarkt vorbei ist. Doch nicht mal Schumacher will diesen Zeipunkt jetzt noch voraussagen. Kleinanleger sollten die Finger von der Aktie lassen. Spätestens jetzt wissen sie, dass die Branche zu den konjunkturanfälligsten Wirtschaftszweigen zählt.

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