Wirtschaft : Infineon kooperiert mit US-Konzernen

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München (tmh). Mit einer neuen Kooperation in den USA will die Münchener Infineon Technologies AG ihr Geschäft ankurbeln. Infineon gründet mit dem Hightech-Konzern Motorola und dem Chiphersteller Agere Systems ein gemeinsames Tochterunternehmen zur Vermarktung digitaler Signalprozessoren (DSP). Die drei Partner sehen darin eine Schlüsseltechnologie, die in Endgeräten wie Mobiltelefonen zur Verarbeitung von Sprach-, Daten- und Bildsignalen eingesetzt wird. Die Anteile an der neuen Firma ns Starcore LLC mit Sitz in Austin (US-Bundesstaat Texas) halten die drei Konzerne zu je einem Drittel, sagte Infineon-Chef Ulrich Schumacher am Dienstag in München.

Alle drei Partner würden vor allem Know-how und Personal in die gemeinsame Tochter einbringen. Infineon steuert 60 Mitarbeiter einer Entwicklungsabteilung in Israel bei. Dazu gebe es einen Barausgleich im Umfang einer einstelligen Millionensumme, wobei Schumacher offen ließ, ob Infineon zahlt oder die Summe erhält.

Zu gemeinsamen Investitionsbudgets, Umsatz- oder Ergebniszielen äußerten sich die drei Partner nicht. Aus ihren Angaben lässt sich aber schließen, dass der Starcore-Umsatz anfangs bei rund 150 Millionen Euro liegen dürfte. Das neue Unternehmen, das diesen Sommer mit rund 100 Mitarbeitern vorbehaltlich kartellrechtlicher Genehmigung in Betrieb gehen soll, stellt selbst keine Produkte her und lizensiert nur Forschungsergebnisse an Produzenten wie Infineon, Motorola und Agere, die ehemalige Chipsparte des US-Konzerns Lucent. Daneben will Starcore seine Technologie aber auch an Dritte verkaufen, was in der Branche bislang einmalig ist. „Wir schaffen einen neuen Markt“, sagte Schumacher. Die DSP-Technologie sei ein Motor der Halbleiterindustrie, ohne den Internet-Zugriffe unmöglich wären.

Das Marktvolumen der hinter der Technik stehenden Prozessoren und Chips bezifferte Schumacher auf derzeit fünf Milliarden Euro mit Wachstumsraten von gut einem Viertel jährlich. Im Geschäft, das Starcore künftig betreibt, seien auf dieses Produktvolumen gerechnet Lizenzgebühren von zwei bis vier Prozent zu erwarten.

Kurz vor der jetzigen Vereinbarung mit Motorola und Agere hatte Infineon den Kauf der Mikroprozessorensparte von Ericsson bekanntgegeben und diverse Kooperationen mit taiwanesischen Chipkonzernen beschlossen.

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