Wirtschaft : Infineon spürt die Krise Umsatzminus im neuen Geschäftsjahr erwartet

München - Bei Infineon macht sich die abflauende Konjunktur bemerkbar und dämpft die Erwartungen an das gerade begonnene Geschäftsjahr. Im Industriegeschäft sieht es für den Münchner Halbleiterhersteller nicht mehr so rosig aus, wie noch vor einigen Wochen. Anders jedoch ist die Lage im Geschäft mit der Autoindustrie, das unverändert gut läuft. Als im September das Geschäftsjahr 2010/11 zu Ende ging, vermeldete der Konzern noch Rekorde: Der Umsatz kletterte um 21 Prozent auf knapp vier Milliarden Euro. Alles in allem verdiente der Dax-Konzern rund 1,12 Milliarden Euro, nachdem im Vorjahr 660 Millionen Euro verbucht wurden.

In naher Zukunft wird es, auch wegen der Euro-Schuldenkrise, solche Zahlen vermutlich nicht mehr geben. Die Zurückhaltung der Industriekunden habe sich verstärkt sagte Konzernchef Peter Bauer. Er erwarte ein Umsatzminus von etwa fünf Prozent für das neue Geschäftsjahr, für das erste Quartal sogar zehn Prozent.

Der Manager ist aber optimistisch, langfristig auf Erfolgskurs zu bleiben. Man habe „ volles Vertrauen hinsichtlich des langfristigen Wachstums und der Margenentwicklung“. Daher werde weiter in Fertigung und Produktion investiert. Zwar will der Konzern Neueinstellungen etwas zurückfahren, für einen Stellenabbau bei den rund 26 000 Mitarbeitern bestehe aber keine Veranlassung

Bauer hat das Unternehmen in den letzten Jahre umgekrempelt und schlanker gemacht. Inzwischen konzentriert sich Infineon auf das Autogeschäft, das Industriegeschäft und auf Sicherheitschips. „Ein Großteil unserer jetzigen Prognose ist der makroökonomischen Unsicherheit geschuldet“, sagte Bauer. Viele Unternehmen handelten vorsichtig und verschöben Investitionen. Die Halbleiterbranche gilt als Gradmesser für Wirtschaftstrends. Auch Texas Instruments und STMicroelectronics meldeten zuletzt schwächere Geschäfte. dpaINFINEON AG]

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