Wirtschaft : Infineon warnt vor weiteren Rückschlägen

Ende 2007 sollen aber alle Bereiche profitabel sein

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Ende 2007 sollen aber alle Bereiche profitabel sein München - Der Halbleiterkonzern Infineon kommt nicht aus den roten Zahlen. Die Insolvenz des Großkunden BenQ Mobile und die Kosten des US-Börsengangs für die Speicherchipsparte Qimonda zogen die Jahresbilanz erneut ins Minus. Während Analysten Infineon auf dem richtigen Weg sehen, üben Gewerkschafter heftige Kritik am eingeschlagenen Kurs. Sie befürchten weiteren Stellenabbau. An der Börse verlor die Infineon-Aktie 2,2 Prozent auf 9,57 Euro.

Trotz eines strikten Sparprogramms und des weitreichenden Konzernumbaus fuhr Infineon im abgelaufenen Geschäftsjahr 2005/06 (30. September) wieder Verluste ein. Der Umsatz stieg um 17 Prozent auf 7,93 Milliarden Euro, der Verlust vor Steuern und Zinsen (Ebit) sank immerhin von 183 auf 15 Millionen Euro. Allein die Pleite des Handyherstellers BenQ, für den Infineon in großem Umfang Chips und Software lieferte, führte im vierten Quartal zu einem Nettoverlust von 36 Millionen Euro. Selbst die im August abgespaltene Speicherchipsparte Qimonda, die am Dienstag überraschend gute Zahlen vorgelegt hatte, konnte Infineon nicht retten. „Die BenQ-Pleite wird das Ergebnis noch in den nächsten drei Quartalen stark belasten“, glaubt Analyst Günther Hollfelder von der Hypo-Vereinsbank. Erst danach könnten Neukunden wie LG und Samsung den Verlust ausgleichen.

Infineon-Vorstandschef Wolfgang Ziebart warnte für das laufende erste Quartal vor einem Umsatz- und Gewinnrückgang. Neben dem Ausfall von BenQ werde auch der Bereich Automobilelektronik schwach abschneiden. Ziebart kündigte an, im Konzern im laufenden Geschäftsjahr mindestens 50 Millionen Euro Kosten zu sparen.

Spätestens bis Ende 2007 sollen die Sanierungsmaßnahmen abgeschlossen sein und alle Geschäftsfelder profitabel arbeiten. Heute beschäftigt Infineon 29 000 Mitarbeiter, davon 6000 in Bereich Forschung und Entwicklung. In diesen Bereich werden jährlich rund 800 Millionen Euro investiert. Mittelfristig will Infineon jährlich um zehn Prozent wachsen.

Wigand Cramer von der IG Metall kritisierte die Strategie von Infineon. Das Geschäftsergebnis zeige, dass die Abspaltung der Speicherchipsparte ein Fehler gewesen sei. „Auf zwei Beinen steht man besser als auf einem“, sagte er. Cramer fürchtet, dass Infineon im neuen Geschäftsjahr erneut Hunderte Stellen in Deutschland streichen wird. nic

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