Wirtschaft : Inflation im Osten höher als im Westen

BONN (Tsp).Die Lebenshaltungskosten sind in Ost-Deutschland stärker gestiegen als in West-Deutschland.In den 90er Jahren wuchs der Index für die Lebenshaltungskosten aller privaten Haushalte in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Ost-Berlin von 1991 bis 1998 um insgesamt 39,5 Prozent.Das entspricht einer durchschnittlichen Teuerungsrate von 4,9 Prozent pro Jahr.

In den alten Bundesländern wurden für die Lebenshaltungskosten Steigerungsraten von insgesamt 17 Prozent - beziehungsweise 2,3 Prozent pro Jahr - errechnet.Dies teilte die Bundesregierung in einer gestern von der Pressestelle des Bundestages veröffentlichten Antwort auf eine Bundestags-Anfrage mit.Die Bundesregierung halte diese Zahlen allerdings nur für eingeschränkt aussagefähig.Man müsse beachten, daß die wesentlichen Unterschiede in der Preisentwicklung zwischen Ost- und West-Deutschland auf die Jahre 1991 bis 1994 entfallen seien.

In dieser Zeit wurden in den neuen Bundesländern viele Preise an die Marktpreise angeglichen.Ursache für den starken Preisanstieg im Osten seien vor allem die Angleichung der Wohnungsmieten, die Zuzahlungen bei Medikamenten sowie die Erhöhung der Verkehrstarife und Kindergarten-Gebühren gewesen.Seit dem Jahr 1995 seien die Jahresteuerungsraten in den neuen Ländern nur noch geringfügig höher gewesen als in Westdeutschland.

Auch wies die Bundesregierung ausdrücklich darauf hin, daß die Bruttomonatsverdienste für Frauen im gleichen Zeitraum von 50,2 Prozent des Westniveaus im Jahr 1991 auf 83,1 Prozent im Jahr 1998 angestiegen sind.Bei den Männern stieg das Niveau der Bruttomonatsverdienste von 42,2 Prozent im Jahr 1991 auf 75,4 Prozent im vergangenen Jahr.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben