Inflation in Deutschland : Reallöhne sinken so stark wie seit vier Jahren nicht mehr

Zwar steigen in Deutschland die Einkommen, aber nicht so sehr wie die Preise. Nach vier Jahren müssen Arbeitnehmer für 2013 mit einem Reallohnverlust rechnen. Gründe sieht das Statistische Bundesamt im Dienstleistungsbereich.

Nach Abzug der Inflation hatten Arbeitnehmer im dritten Quartal 0,3 Prozent weniger Geld in den Taschen als ein Jahr zuvor.
Nach Abzug der Inflation hatten Arbeitnehmer im dritten Quartal 0,3 Prozent weniger Geld in den Taschen als ein Jahr zuvor.Foto: dpa

Schlechte Nachrichten für deutsche Arbeitnehmer: Ihre Reallöhne sanken im dritten Quartal so stark wie seit gut vier Jahren nicht mehr. Nach Abzug der Inflation hatten sie 0,3 Prozent weniger in den Taschen als ein Jahr zuvor, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag mit. Zwar stiegen die Bruttomonatsverdienste inklusive Sonderzahlungen der vollzeit-, teilzeit- und geringfügig beschäftigten Arbeitnehmer um 1,3 Prozent. Die Verbraucherpreise legten aber mit 1,6 Prozent stärker zu und zehrten die Lohnzuwächse wieder auf.

Damit zeichnet sich auch für das Gesamtjahr erstmals seit dem Krisenjahr 2009 "ein geringer Reallohnverlust ab". Die Löhne stiegen in den ersten drei Quartalen um 1,4 Prozent, die Verbraucherpreise dagegen um 1,6 Prozent. 2012 hatte es noch ein reales Plus von 0,5 Prozent gegeben, 2011 von 1,2 Prozent und 2010 von 1,5 Prozent.

Gründe für den geringen Anstieg der Normallöhne

Der vergleichsweise geringe Anstieg der Nominallöhne im dritten Quartal sei vor allem auf deutlich geringere Sonderzahlungen bei Banken, Versicherungen und in der öffentlichen Verwaltung zurückzuführen, erklärte das Statistische Bundesamt. In der Industrie dagegen kletterten die Löhne von Juli bis September um 2,3 Prozent, der Anstieg lag also über dem der Verbraucherpreise.

Ein vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer verdiente in Deutschland im dritten Quartal ohne Sonderzahlungen durchschnittlich 3462 Euro brutto im Monat. Das meiste Geld erhielten Vollzeitbeschäftigte bei Banken und Versicherungen (4576 Euro), in der Energieversorgung (4510 Euro) sowie im Bereich Information und Kommunikation (4501 Euro). Am wenigsten bekamen die Beschäftigten im Gastgewerbe mit 2012 Euro. (Reuters/AFP)

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