Wirtschaft : Inflation steigt über zwei Prozent Deutsche Bank erwartet doppelt so viel

Berlin - Die hohen Energiepreise haben die deutsche Inflationsrate erstmals seit fast zweieinhalb Jahren über die kritische Marke von zwei Prozent steigen lassen. Verglichen mit dem Vorjahr stiegen die Verbraucherpreise im Februar um 2,1 Prozent. Eine höhere Inflationsrate habe man zuletzt im Oktober 2008 mit 2,4 Prozent ermittelt, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Besonders stark stiegen die Energiepreise. Für Heizöl mussten die Verbraucher 32 Prozent mehr bezahlen, die Kraftstoffpreise stiegen um 11,4 Prozent. Auch Lebensmittel wurden wieder teurer. Deutlich mehr zahlten Verbraucher zum Beispiel für Obst (14,7 Prozent), Butter (16,1 Prozent) und Kaffee (neun Prozent). Ohne die Energie hätte die Inflation insgesamt aber nur 1,2 Prozent betragen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) spricht nur bis zu einer Marke von zwei Prozent von stabilen Preisen. Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Thomas Mayer, befürchtet, dass sich die Deutschen an höhere Raten gewöhnen müssen. „Für dieses Jahr erwarten wir im Durchschnitt eine Inflationsrate von knapp über zwei Prozent. Mittelfristig, also in den nächsten zwei bis vier Jahren, müssen wir uns auf eine Inflationsrate von bis zu vier Prozent einstellen“, sagte Mayer dem Tagesspiegel. Die Ankündigung der Europäischen Zentralbank, die Leitzinsen im April anheben zu wollen, werde daran nichts ändern. „Das ist ein wichtiges politisches Signal. Am Anstieg der deutschen Inflationsrate wird das aber nichts ändern.“ Ein Anstieg der Inflationsrate auf bis zu vier Prozent sei zwar nicht dramatisch. „Das große Risiko aber ist, dass es nicht bei vier Prozent bleibt“, sagte Mayer. Mittelfristig bestehe die Gefahr, dass die Wirtschaft in der Euro-Zone in eine Stagflations-Phase gerate, in der die Inflationsrate dauerhaft über der Wachstumsrate liegt. mirs

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