Wirtschaft : Inflationsrate 1997 bei 1,8 Prozent

Lebenshaltung wird vor allem durch Bonner Beschlüsse teurer

WIESBADEN (dpa).Die durchschnittliche Geldentwertung in Deutschland hat 1997 auf 1,8 zugenommen.Im Vorjahr lag sie bei 1,5 Prozent.Während die Verbraucherpreise im Westen um 1,8 (1,4) Prozent stiegen, ging die Inflationsrate in Ostdeutschland leicht auf 2,1 (2,2) Prozent zurück.Dies berichtete das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden. Die beachtliche Verteuerung der Lebenshaltung aller privaten Haushalte ist maßgeblich auf Bonner Entscheidungen zurückzuführen.Zu den stärksten Preistreibern zählten im abgelaufenen Jahr Arzneimittel vor allem durch die Anhebung der Rezeptgebühren um 77 Prozent zur Jahresmitte.Dies ist auch die entscheidende Ursache für die deutlich höhere Inflationsrate in Ostdeutschland.Dort schlagen Rezeptgebühren bei den Ausgaben stärker zu Buche, betonen die Statistiker.Insgesamt stiegen die Preise im Segment der Gesundheits- und Körperpflege um 5,5 Prozent, in den neuen Ländern sogar um 13,3 Prozent.Zudem zogen Nahrungsmittel und Mieten in den neuen Ländern überproportional stark an.Auch 1996 hatten extrem starke Mietanhebungen die Inflationsrate im Osten in die Höhe getrieben. Zum Jahresende hat sich das Preisklima allerdings wieder leicht aufgehellt.Die gesamtdeutsche Inflationsrate schwächte sich im Dezember auf 1,8 nach 1,9 Prozent im Vormonat ab. Zur Preisberuhigung trug insbesondere billiges Heizöl bei, das 7,4 Prozent unter dem Vorjahresniveau lag.Auch die günstigen Telekom-Tarife zur Weihnachtszeit (minus 5,5 Prozent) trugen zur Stabilität bei. Auffällig an der 97er Preisentwicklung ist auch der Einfluß auf die verschiedenen Haushaltstypen.Rentnerhaushalte mit zwei Personen (West) mußten im Dezember 3,4 Prozent mehr für ihre Lebenshaltung bezahlen als Ende 1996.Vier-Personen-Haushalte von Beamten und Angestellten mit höherem Einkommen brauchten dagegen nur eine Inflationsrate von 1,6 Prozent zu verkraften.1998 ist nicht zuletzt wegen der Anhebung der Mehrwertsteuer mit einer Inflationsrate von mehr als zwei Prozent zu rechnen.

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