Wirtschaft : "Initiative für Beschäftigung": "Größte konzertierte Aktion für mehr Beschäftigung"

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Das Gründertrio weckte Erwartungen: BASF-Chef Jürgen Strube, Bertelsmann-Vordenker Reinhard Mohn sowie der IG-Chemie-Vorsitzende Hubertus Schmoldt starteten vor knapp zwei Jahren die "Initiative für Beschäftigung". Inzwischen gibt es 18 regionale Netzwerke, in denen an mehr als 200 Einzelprojekten gearbeitet wird. Die Beteiligung von gut 400 Unternehmen, von Kammern und Verbänden, Gewerkschaften und Kommunen habe inzwischen die "größte konzertierte Aktion der deutschen Wirtschaft zum Thema Beschäftigung" geschaffen. Am heutigen Freitag stellt sich nun im Rahmen einer "Projektmesse" im Debis-Haus am Potsdamer Platz die Initiative vor und präsentiert ausgewählte Projekte aus dem ganzen Land. In den drei Gründungsnetzwerken Rhein-Neckar-Dreieck (Sitz der BASF), Ostwestfalen (wegen Bertelsmann in Gütersloh) und Hannover (Sitz der IG Bergbau, Chemie, Energie) wurden auf Grund der Initiative inzwischen mehr als 3000 Arbeitsplätze geschaffen. Ganz so weit ist das Regionalnetzwerk Berlin/Potsdam noch nicht, obwohl die Debis AG als Antreiber fungiert. Am hiesigen Netzwerk beteiligen sich 22 Unternehmen, IHK und Unternehmensverbände sowie das Landesarbeitsamt.

Bundesweit konzentriert sich die Initiative auf vier Schwerpunktthemen: 1. Jugendliche ins Berufsleben integrieren: Unter anderem sollen Kontakte zwischen Schulen und Unternehmen gefördert und Ausbildungsplätze akquiriert werden. 2. Benachteiligte auf den ersten Arbeitsmarkt vermitteln: Hier stehen Qualifizierungsmaßnahmen und die Identifizierung neuer Beschäftigungsfelder für schwer vermittelbare, darunter Langzeitarbeitlose, im Vordergrund. 3. Existenzgründungen fördern, indem Starthilfen gewährt und Infrastruktur geschaffen wird, so dass alles in allem eine "Gründungskultur" entsteht. 4. Arbeitsplätze sichern durch eine Erhöhung der Akzeptanz von Teilzeit und Telearbeit sowie eine stärkere Verknüpfung von Arbeitsmarkt- und Personalpolitik.

Die Auftaktveranstaltung für Berlin/Potsdam fand auf Einladung der Debis-Vorstände Klaus Mangold und Norbert Bensel im Juni 1999 statt. Zielvorgabe des damals siebten Netzwerks: "Durch innovative Kooperationen engagierter Persönlichkeiten werden bestehende Arbeitsplätze gesichert und neue geschaffen. Dabei überwinden die Akteure traditionelle Grenzen von Institutionen und arbeiten über geographische und organisatorische Hürden hinweg zusammen." Die wichtigsten Akteure, zusammengeschlossen im so genannten Multiplikatorkreis: Debis-Vorstand Norbert Bensel, Landesarbeitsamts-Präsident Klaus Clausnitzer, Horst Föhr, Personalvorstand der Deutschen Bahn, IHK-Präsident Werner Gegenbauer, Hans-Kornel Krings, Leiter der Geschäftsstelle der Dresdner Bank Berlin, sowie Klaus-Dieter Teufel, Geschäftsführer der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg (UVB).

Insgesamt wurden in Berlin 37 Projektideen entwickelt, bei einigen läuft derzeit die Umsetzung. Zum Beispiel die Beschäftigung und Qualifizierung von 60 arbeitslosen Jugendlichen in Firmen, die am Potsdamer Platz tätig sind, oder das Patenmodell Wirtschaft/Langzeitarbeitslose. Paten sind so genannte "Seniormanager", die nach dem Ausscheiden aus dem Beruf ihre Kenntnisse und Kontakte an Arbeitssuchende weitergeben; bislang konnte hier 46 Langzeitarbeitslosen geholfen werden. Schließlich läuft das "Career Service Center der Berliner Hochschulen", ein Internetportal, das "die Profilbildung der Hochschulen" sowie die Kooperation von Hochschulen und Unternehmen verbessern soll. Für weitere Projekte, zum Beispiel neue Ausbildungsberufe im Bereich Informationstechnologie/Medien suchen die Multiplikatoren noch Partner-Unternehmen; bislang sind hier nur Siemens, Debis und die Bahn dabei.

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