Wirtschaft : Inlandsnachfrage stützt zunehmend den Aufschwung

Wachstum bei Investitionsgütern / Positive Signale aus dem Osten Einmal im Monat veröffentlicht der Tagesspiegel eine Konjunkturkolumne.Abgestimmt mit dem Handelsblatt, das Prognoseinstrumente für West- und Ostdeutschland entwickelt hat, werfen wir einen Blick auf die Wirtschaftslage.Die Konjunktur in Westdeutschland erholt sich langsam.Der Handelsblatt-Frühindikator für Westdeutschland stagnierte im April bei 2,5 Prozent; damit dürfte die Wirtschaft in den nächsten Monaten nur wenig wachsen.Der Frühindikator zeigt die Wendepunkte der Konjunktur an und signalisiert saisonbereinigte Trends des realen Bruttoinlandsproduktes.Anhand der Daten zeigt sich, daß der Aufschwung zunehmend von der Inlandsnachfrage getragen wird.Bei der Industrieproduktion ist sie mittlerweile zur wichtigsten Konjunkturstütze geworden. Im vierten Quartal des vergangenen Jahres verzeichneten die Unternehmen mehr Aufträge aus dem Inland, aber weniger aus dem Ausland.Dabei erteilten die Investitionsgüterproduzenten besonders viele Orders.Die Branche verbuchte im Januar ein deutliches Plus von 18 Prozent gegenüber dem Dezember, in den anderen Branchen sieht der Trend demgegenüber nicht ganz so positiv aus.Die Inlandsnachfrage wuchs im Februar weiter, wovon die gesamte Industrieproduktion profitierte.Erstmals sind im Januar auch die Einzelhandelsumsätze wieder kräftig gestiegen; saisonbereinigt übertrafen sie ihr Vormonatsniveau. Das Baugewerbe in Westdeutschland hat die Talsohle vermutlicht erreicht.Im Januar stagnierte fast die Nachfrage im Vergleich zum Vormonat, dennoch hat sie ihren Tiefpunkt vom November inzwischen überwunden.In den nächsten Monaten könnte das Baugewerbe von den niedrigen Zinsen profitieren.Sowohl der Dreimonatszins Fibor - das ist der Durchschnittszins der Banken, zu dem sie den Unternehmen Geld leihen - als auch die durchschnittliche Umlaufrendite gaben im Februar nochmals nach: Der Dreimonatszins liegt gegenwärtig bei 3,51 Prozent, die Umlaufrendite bei rund 4,7 Prozent. Die Unternehmer beurteilten laut Konjunkturtest des Münchener Ifo-Instituts im Januar ihre aktuelle Geschäftslage positiver als noch einen Monat zuvor.In die Zukunft schauen sie allerdings weniger optimistisch, vor allem beim Export sind sie skeptischer geworden.Hier bestätigt sich der eingangs erwähnte Trend: Der Aufschwung der deutschen Wirtschaft verlagert sich vom Export zunehmend auf das Binnengeschäft. Im Osten gewinnt der Konjunkturzug an Fahrt.Das Konjunkturbarometer Ost verharrte in den letzten vier Monaten bei acht Prozent.Dies sind rund vier Prozent mehr als vor Jahresfrist: Ein kräftiger Aufschwung scheint in den kommenden Monaten näher zu rücken.Die Industrieunternehmer im Osten sind optimistischer als ihre Kollegen im Westen, da sie die aktuelle Geschäftslage besser beurteilen als in den Vormonaten.Auch die Zukunft bewerten sie inzwischen günstiger.Die Auftragsentwicklung in der Industrie gibt der guten Stimmung recht.Im Januar freuten sich die ostdeutschen Unternehmer über ein Orderplus von 12,5 Prozent.Dabei stieg die Nachfrage im Inland genauso stark an wie die aus dem Ausland.Den größten Zuwachs verzeichneten die Hersteller von Gebrauchsgütern - die Aufträge kletterten um 32,5 Prozent.Die Produzenten von Investitionsgütern konnten 14,8 Prozent mehr Bestellungen verbuchen.Dagegen liegt das ostdeutsche Baugewerbe weiter in der Rezession.

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