Innotrans : Berlin ist am Zug

Über 2200 Anbieter zeigen auf der Messe Innotrans neue Eisenbahnen, Loks und Trams.

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Foto: promo Foto: dapd
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Berlin - Die Messe Berlin sieht die Eisenbahnmesse Innotrans trotz der gerade erst beendeten Wirtschaftskrise im Aufwind. Dieses Jahr gebe es erneut einen Zuwachs an Ausstellern und Neuheiten, sagte Messe-Geschäftsführer Christian Göke am Montag in Berlin. Mehr als 2200 Anbieter zeigen ab diesem Dienstag Neuheiten aus der Branche, immer mehr davon kommen aus dem Ausland. „Die Innotrans ist die am besten positionierte Veranstaltung, die wir im Portfolio haben“, erklärte er.

17 Prozent mehr Aussteller und sogar 20 Prozent mehr gebuchte Fläche sprächen dafür, dass sich die alle zwei Jahre stattfindende Innotrans als internationale Leitmesse ihrer Branche etabliert habe. Göke findet das gerade vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise beachtlich. Zusätzliche Aussteller kommen vor allem aus Nordamerika, Asien und dem arabischen Raum. Erstmals mit von der Partie sind Aussteller aus Kanada und Brasilien. „In Krisenzeiten profitieren vor allem die Leitmessen, weil sie eine Art Markenversprechen für die Aussteller sind“, sagte der Manager. Er zählt 52 Welt-, sechs Europa- und 14 Deutschlandpremieren auf der Veranstaltung.

Bis einschließlich Freitag ist die Schau nur für Fachbesucher geöffnet, am Wochenende kann auch das Publikum einen Blick auf die Neuheiten werfen. Auf der 3,5 Kilometer langen Gleisfläche zwischen den Hallen sind 121 Schienenfahrzeuge zu sehen, vom neuen ICE über Stadtbahnen und Loks bis zum 100 Meter langen Bauzug. Außerdem gibt es neue Antriebe, Signaltechnik, Zug-Innenausstattungen, Ticketautomaten, Tunnelbaumaschinen und vieles mehr.

Die Bahnindustrie, die wirtschaftliche Krisen zumeist mit Verzögerung spürt, hofft derweil auf weiteres Wachstum. Mittlerweile habe China Westeuropa als größten Schienenmarkt abgelöst, sagte Michael Clausecker, Chef des Verbandes der europäischen Bahnindustrie Unife. In der Volksrepublik baut die Regierung mit immensem Aufwand ein Hochgeschwindigkeitsnetz. Auch in den kommenden fünf Jahren werde das größte Geschäft in dieser Region gemacht, vor allem in Arabien, Nahost und Russland. Die Hersteller hoffen, vom weltweiten Wachstum der Städte, steigenden Spritpreisen und dem Zwang zum Klimaschutz zu profitieren. Das stärkste Segment seien daher auch Züge für Städte – also S-Bahnen und Trams. Die deutsche Bahnindustrie mit ihren rund 45 000 Beschäftigten hofft, dass nach der Krise nun die Talsohle erreicht ist. Verbands-Geschäftsführer Roland Pörner sagte, „vor allem dort, wo Impulse aus dem anziehenden Schienengüterverkehr kommen, wird es im zweiten Halbjahr Licht am Horizont geben.“ Im Berliner Raum spielt die Branche eine große Rolle, Bombardier, einer der drei größten Hersteller, hat seine Weltzentrale in der Hauptstadt und zugleich sein größtes deutsches Werk in Hennigsdorf nahe Berlin. In Pankow baut der Schweizer Hersteller Stadler Nah- und Regionalverkehrszüge.

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