Wirtschaft : Innovation in der Region

Berlin und Brandenburg kooperieren verstärkt

Michael Erbach

Potsdam - Die Länder Berlin und Brandenburg rücken in Schlüsselbereichen der Wirtschaft enger zusammen: Auf dem Innovationsgipfel beider Länder, der am Donnerstag in Potsdam stattfand, wurde die erste gemeinsame Innovationsstrategie „innoBB“ vorgestellt. Die neue Qualität: Die zunächst im Jahr 2007 definierten fünf Zukunftsfelder der Hauptstadtregion sollen zu Clustern entwickelt werden. Jeder der fünf Cluster erhält ein eigenes Management, das sich um die Zusammenführung und den Austausch länderübergreifender Potenziale innerhalb der gesamten Wertschöpfungskette – von der Forschung bis zum fertigen Produkt – kümmert, unterschiedlichste Unternehmen und Einrichtungen mit ihren Qualitäten zusammenführen soll.

Berlins Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linke) bezeichnete „innoBB“ als „bemerkenswerten Schritt“. Noch nie hätten zwei Bundesländer ihre wirtschaftlichen Ressourcen „derart gebündelt“. Berlin und Brandenburg würden international als eine Wirtschaftsregion wahrgenommen. Umso wichtiger sei es, der Zusammenarbeit beider Länder eine neue Qualität zu geben – um sich im Wettbewerb besser behaupten zu können. Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) sprach von einer Zukunftsausrichtung weit über eine Legislaturperiode hinaus. Ab 2014 werde die neue EU-Förderrichtlinie gelten, „in Brüssel werden wir jetzt gemeinsam besser um Fördermittel ringen können“.

Bereits seit Sommer dieses Jahres wird von Berlin aus der Cluster Gesundheitswirtschaft gemanagt. Wolf sagte, dass die Hauptstadtregion in diesem Bereich besonders gut aufgestellt sei: mit Unternehmen aus den Bereichen Pharma, Biotechnik und Medizintechnik sowie Kliniken. Der demografische Wandel mit einer höheren Lebenserwartung werde auch zu mehr Behandlungen führen und soziale Innovationen erforderlich machen – also müssten die Kompetenzen beider Länder gebündelt werden.

Am 17. Januar kommenden Jahres soll bereits der nächste Cluster zur Energietechnik seine Arbeit aufnehmen. Dabei gehe es, so Wolf, darum, „wegzukommen von einer Einzelbetrachtung der Energieformen und Arten von Energiegewinnung, sondern vielmehr darum, alle Prozesse in diesem Bereich zu synchronisieren“. Weitere Cluster zu den Bereichen Mobilität, Verkehr und Logistik, Informations- und Kommunikationstechnologie/Medien sowie Optik sollen in den kommenden Jahren folgen. Unternehmen, die sich innerhalb der Cluster zur Kooperation entschließen, können sowohl in Brandenburg wie auch in Berlin Fördergelder beantragen. Michael Erbach

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