Innovation Lab in Berlin : Deutsche Bank will mit Start-ups kooperieren

Die Deutsche Bank baut in Berlin ein „Innovation Lab“ auf, um enger mit Start-ups zusammenzuarbeiten. Das Geldinstitut will bei ihnen Ideen abschauen und so innovativer werden.

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Die Deutsche Bank will jünger und innovativer werden: Deshalb arbeitet sie jetzt enger mit Start-ups zusammen.
Die Deutsche Bank will jünger und innovativer werden: Deshalb arbeitet sie jetzt enger mit Start-ups zusammen.Foto: dpa

Am Hackeschen Markt soll sie nun endlich beginnen: die Zukunft der Deutschen Bank. 550 Quadratmeter hat der Konzern dort angemietet für ein sogenanntes „Innovation Lab“. Ab Herbst sollen in dem neuen Büro alteingesessene Banker auf junge Gründer treffen, um zusammen das Bankgeschäft neu zu erfinden. Das gab Deutschlands größtes Geldinstitut am Mittwoch bekannt.

Die Start-ups sollen dem Konzern helfen, innovativer zu werden. Sie sollen Apps, Onlinelösungen oder Software entwickeln, die die Deutsche Bank später kaufen oder leasen kann. Geld bekommen die Gründer in der Forschungsphase nicht – dafür aber Feedback von den Bankern und die Möglichkeit, ihre Produkte früh auf Praxistauglichkeit zu testen.

Die Deutsche Bank investiert eine Milliarde Euro in die Digitalisierung

Das neue Forschungszentrum in Berlin ist Teil einer größeren Strategie. Die beiden Bankchefs, Anshu Jain und Jürgen Fitschen, müssen das Institut neu aufstellen. Während sie an vielen Stellen sparen und zum Beispiel die Postbank verkaufen, wollen sie mehr Geld in die Digitalisierung stecken: Eine Milliarde Euro wollen sie dafür bis 2020 ausgeben. Ein Teil dieser Summe fließt nun nach Berlin – und an die zwei weiteren Standorte, an denen das Haus ein solches Forschungslabor aufmacht. Neben der Bundeshauptstadt sollen demnächst nämlich auch in London und im Silicon Valley Deutsch-Banker auf Gründer treffen.

Besonders neu ist die Idee, sich als Konzern mit Start-ups zusammenzutun, allerdings nicht. Mit ihren Forschungslabors geht die Deutsche Bank einen Schritt, den andere Konzerne bereits vor Jahren gewagt haben. Die Telekom ist mit ihren „T-Labs“ zum Beispiel schon seit zehn Jahren in Berlin vertreten. Und auch die Konkurrenz der Deutschen Bank, die Commerzbank, hat bereits vor zwei Jahren den Main-Incubator gegründet: Über ihn unterstützt das Geldinstitut Start-ups mit Kapital und Know-how. Zusätzlich betreibt die Commerzbank ein „Future Lab“, in dem Banker, Gründer und Berater sich über Ideen austauschen.

Immerhin hat sich die Deutsche Bank für ihre Forschungslabs nun hohe Ziele gesteckt: Der Konzern will dort jährlich 500 Ideen von Start-ups untersuchen. Unterstützung bekommt die Bank dabei in Berlin von Microsoft. Der IT-Konzern soll dem Geldinstitut helfen, das Forschungslab aufzubauen. Außerdem soll Microsoft der Deutschen Bank „mit Ressourcen, Expertise und der Vermittlung von Geschäftskontakten“ zur Seite stehen.

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