Wirtschaft : Innovationspreis Berlin/Brandenburg: Fit für die Zukunft

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Die Region Berlin-Brandenburg hat sich in den vergangenen Jahren zu einem attraktiven Technologiestandort in Deutschland entwickelt. Als Schwerpunkte der Berliner Zukunft gelten, nach Einschätzung des Wirtschaftssenats, vor allem die Biotechnologie, die Umwelt- und Verkehrstechnik, die Medizintechnik, die Medienwirtschaft sowie die Informations- und Kommunikationstechnik. Dazu bringe Brandenburg seine Kompetenzen in den Branchen Verkehrstechnik, Mikrosystemtechnik, Energie- und Bautechnik, Elektronik, Optik, Chemie und Umwelttechnik ein. Unterstützend für diese Entwicklung wirke überdies die Tatsache, dass die Region Berlin-Brandenburg eine äußerst dichte Forschungslandschaft aufweise.

Einen großen beschäftigungsbezogenen Stellenwert in der Region nimmt die Verkehrstechnik ein. In über 400 Unternehmen und mehr als 100 Forschungseinrichtungen sind rund 47 000 Menschen beschäftigt: ein Großteil bei den "Global Players" Daimler-Chrysler, Bombardier, Siemens, BMW und Rolls-Royce. Historisch gewachsene Verkehrsindustrien wie die Bahntechnik bilden dabei ebenso wie die Verkehrstelematik und die Verkehrssystemtechnik Schwerpunkte.

Das Bundesministerium für Forschung und Technologie sieht vor allem fünf Wirtschaftsbereiche, in denen hohe Kompetenzen vorhanden sind. In diesen "Centers of Excellence" werde die Wertschöpfungskette kompetent abgedeckt. Gemeint sind die Bahntechnik, die Kraftfahrzeugtechnik, die Verkehrstelematik, die Verkehrslogistik sowie die Luftfahrt. Damit befinde sich die Region "in einer dynamischen Entwicklung zu einem bundesdeutschen Kompetenzzentrum für Verkehr und Mobilität.

Auch in der Biotechnologie hat die Region die Nase recht weit vorn. In dieser innovativen Querschnittstechnologie arbeiten nach Angaben der Senatsverwaltung für Wirtschaft und Technologie rund 150 kleine und mittlere Unternehmen mit etwa 2500 Mitarbeitern in den Bereichen Produktion, Forschung und Entwicklung. Mit Schering und Berlin-Chemie gibt es dabei auch zwei große Unternehmen. Besonders dynamisch hat sich in den vergangenen Jahren die Gentechnik entwickelt. Mit über 250 Anlagen ist Berlin-Brandenburg der größte Standort für Gentechnik in Deutschland.

Mit Spitzenpositionen kann auch die Medizintechnik aufwarten. Mit 4,7 Prozent Arbeitsplätzen in der Medizintechnik, bezogen auf das verarbeitende Gewerbe, lag Berlin 1999 vor wirtschaftlich starken Ländern wie Bayern (2,9 Prozent) und Baden-Württemberg (3,9 Prozent). Vor einem Jahr waren in Berlin 296 Unternehmen der Medizintechnik, Biomedizin und medizinischer Informatik registriert, darunter vor allem kleine und mittelständische Unternehmen sowie eine steigende Anzahl von Existenzgründungen. Die Ansiedlung von Unternehmen werde durch neun branchenorientierte Innovations- und Gründerzentren unterstützt. Berlin sei auch hier der führende Standort international anerkannter Forschungseinrichtungen, teilt die Senatsverwaltung für Wirtschaft und Technologie mit. Mit 107 Millionen Mark Drittmitteleinwerbungen in der Medizin und Medizintechnik im Jahr 1999 lag Berlin deutlich über dem bundesdeutschen Durchschnitt der Universitäten. Darüber hinaus liege Berlin auf dem ersten Platz bei der Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft.

Keine Superlative sind dagegen im Berliner Telekommunikationsmarkt zu entdecken. Bundesweit gab es im Februar diesen Jahres 1952 Telekommunikationsdienstleister. Davon waren 151 in Berlin-Brandenburg registriert. Während das Wissenschaftliche Institut für Kommunikationsdienste (WIK) für das Jahr 2010 in der Branche bundesweit ein Umsatzvolumen von 220 Milliarden Mark prognostiziert, werden in Berlin-Brandenburg lediglich sieben Milliarden Mark erwartet. In diesem Bereich haben Bayern und Baden-Württemberg vor Berlin und Brandenburg die Nase vorn.

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