Wirtschaft : Insidergeschäft bei HypoVereinsbank

MÜNCHEN (AFP).Wegen Insider-Geschäften im Vorfeld der Fusion von Bayerischer Vereinsbank und Hypobank ist ein Finanzbeamter in München per Strafbefehl zu einer Geldstrafe verurteilt worden.Wie der Leitende Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft München I, Manfred Wick, am Mittwoch sagte, hatte der Mann Wissen für Spekulationen mit Bankaktien genutzt und dabei rund 6000 DM Gewinn eingestrichen.Der Strafbefehl sei noch nicht rechtskräftig.Nach Informationen des Magazins "Stern" beläuft sich die Summe auf mehrere Tausend DM.Wick zufolge hatte das Frankfurter Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel (BAWe) die Ermittlungsbehörde auf den Fall aufmerksam gemacht.

Die Bayerische Vereinsbank und die Bayerische Hypotheken- und Wechselbank hatten im Herbst vergangenen Jahres ihre Fusion angekündigt.Seit September dieses Jahres sind sie zum zweitgrößten deutschen Geldinstitut zusammengeschlossen.Vergangene Woche hatte die fusionierte Hypo-Vereinsbank bekanntgegeben, daß sie wegen Wertberichtigungen bei alten Grundstücksgeschäften der Hypobank Rückstellungen von rund 3,5 Mrd.DM machen muß.Der von der Vereinsbank kommende Vorstandschef Schmidt hatte personelle Konsequenzen angekündigt und sich einen heftigen Schlagabtausch mit dem früheren Hypo-Chef und jetzigen Aufsichtsratsmitglied der Hypo-Vereinsbank, Eberhard Martini, geliefert.Die beiden Manager wollen sich am heutigen Donnerstag aussprechen.

Wie die "Wirtschaftswoche" meldet, ermittelt auch die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft wegen der angeblich zweifelhaften Finanzierungen der ehemaligen Hypobank (Az: 28 Js 318/97).Seit Frühjahr 1997 gingen Beamte dem Verdacht nach, daß Bankmitarbeiter im Verbund mit Notaren, Steuerberatern und Immobilienverkäufern ihre Kunden betrogen haben könnten, hieß es am Mittwoch in einer Vorabmeldung.Zur Klärung des Sachverhalts seien Fragebögen an 1200 geschädigte Anleger verschickt worden.Die Hypo-Bank hatte vor ihrer Fusion mit der Vereinsbank den Erwerb von rund 100 000 Immobilien finanziert, die alle über freie Vermittler verkauft worden waren.Laut "Wirtschaftswoche" entpuppten sich jetzt immer mehr dieser vielfach weit über ihrem tatsächlichen Wert finanzierten Kapitalanlagen für die Eigner als Zusatzgeschäft.Dafür verlangten sie jetzt Rückabwicklung und Schadenersatz.

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