Insiderhandel-Affäre : Ehemaliger Airbus-Chef wieder frei

Der wegen Insiderhandel-Verdacht festgenommene ehemalige Airbus-Chef Noël Forgeard ist wieder frei. Gegen ihn wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Der Konzern steht hinter ihm.

Forgeard Foto: afp
Streitet ab. Noël Forgeard hat angeblich nichts mit dem Insiderhandel bei EADS zu tun. -Foto: afp

ParisDer langjährige Airbus-Chef Noël Forgeard ist nach 35 Stunden im Polizeigewahrsam wieder auf freiem Fuß. Das berichtete der Radiosender France Info unter Berufung auf den Anwalt Forgeards. An die Freilassung am Donnerstag Abend seien Auflagen geknüpft, hieß es weiter. Bedingung sei auch die Zahlung einer Kaution gewesen.

Forgeard war am Mittwoch im Skandal um mutmaßlichen Insiderhandel beim europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS festgenommen worden. Die französische Justiz hat nach Angaben des Radiosenders jetzt ein förmliches Ermittlungsverfahren gegen den ehemaligen Co-Chef des Unternehmens eingeleitet, der bislang öffentlich jeden Verdacht eines Insiderdeliktes von sich gewiesen hat.

Konzern gibt keine Stellungnahme

Bevor im Juni 2006 die Probleme bei der Fertigung der Airbus A380 bekanntgegeben wurden und der Aktienkurs einbrach, hatte Forgeard EADS-Aktien mit Millionengewinn verkauft. Auch die Großaktionäre Lagardère und Daimler sowie die Hälfte der aktuellen Konzernführung stehen unter Insiderverdacht, darunter der jetzige Airbus-Chef Thomas Enders, sein Stellvertreter Fabrice Brégier und Finanzchef Hans-Peter Ring.

Der Konzern lehnt eine Stellungnahme zu dem Thema ab. "Es gibt eine absolute Regel: die Unschuldsvermutung", sagte Konzernchef Louis Gallois dem Magazin "Point" am Donnerstag. Die Betroffenen hätten sein "volles Vertrauen". Gallois bezeichnete es als eine seiner Aufgaben, "dafür zu sorgen, dass die betroffenen Führungskräfte ihre ganze Autorität" behielten. (kda/dpa)

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