Wirtschaft : Insiderhandel: SAP unter Verdacht

FRANKFURT (MAIN) (HB).Gut zwei Jahre nach dem ersten Insiderfall bei SAP ist das Unternehmen erneut wegen des Verdachts verbotener Insidergeschäfte ins Visier der Ermittler geraten.Das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel in Frankfurt (Main) bestätigte am Mittwoch einen entsprechenden Bericht des "Handelsblatts".Demnach hat die Staatsanwaltschaft Heidelberg auf Antrag der Behörde die Ermittlungen gegen Deutschlands größte Softwareschmiede aufgenommen.

Das Bundesaufsichtsamt und die Ermittler argwöhnen, daß Insider vor Bekanntgabe der schlechter als erwartet ausgefallenen Geschäftszahlen für 1998 Anfang Januar gezielt Geschäfte gemacht hätten.So gebe es auffällig erscheinende Umsätze von Verkaufs-Optionsscheinen auf die SAP-Aktie.Der Kurs dieser Scheine steigt normalerweise, sobald der Aktienkurs selber sinkt.Tatsächlich sackte der Aktienkurs nach Bekanntgabe der Zahlen deutlich ab - und der Kurs der Verkaufs-Optionsscheine stieg stark.Die Untersuchungen liefen bisher gegen Unbekannt.Nach Informationen der Zeitung richten sich die Ermittlungen aber auch wieder gegen SAP-Mitarbeiter.Doch ein Sprecher des Software-Unternehmens sagte, dies sei reine Spekulation.Im übrigen wies er darauf hin, daß SAP den Kreis der Insider nach den ersten Ermittlungen gegen SAP wegen Insiderverdachts vor zwei Jahren bereits deutlich eingegrenzt habe.Damals hatte die Staatsanwaltschaft in Frankfurt Ermittlungen gegen mehr als 30 Personen wegen Insiderhandels begonnen.Gegen drei Personen - darunter ein Vorstandsmitglied von SAP - wurde das Verfahren inzwischen gegen Geldauflagen eingestellt.Gegen zwei Personen läuft das Verfahren noch heute.Das Unternehmen gibt keine Antwort darauf, ob das Vorstandsmitglied die Funktion noch heute inne hat.

SAP ist mit einer Börsenkapitalisierung von rund 40 Mrd.Euro die fünftgrößte deutsche Aktiengesellschaft.Im Deutschen Aktien-Index Dax sind nur DaimlerChrysler (87 Mrd.Euro), Allianz (63 Mrd.Euro), Mannesmann (52 Mrd.Euro) und Deutsche Telekom (41 Mrd.DM) größer.

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