Insolvente Drogeriemarkt-Kette : Keine KfW-Hilfe für Schlecker

Eine Hoffnung weniger für Schlecker: Die insolvente Drogeriemakrt-Kette wird für die Sanierung kein Geld von der staatlichen Förderbank KfW bekommen. Das Unternehmen erfülle nicht die Kriterien für ein Darlehen.

Mehrere hundert Schlecker-Angestellte demonstrierten am Wochenende in verschiedenen Städten Deutschlands.
Mehrere hundert Schlecker-Angestellte demonstrierten am Wochenende in verschiedenen Städten Deutschlands.Foto: dpa

Die insolvente Drogeriemarktkette Schlecker kann sich keine Hoffnung auf finanzielle Hilfe von der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) machen. Schlecker erfülle nicht die Kriterien für einen Kredit der Förderbank, weil diese nur für kleine und mittlere Unternehmen gedacht seien, sagte ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums am Sonntag in Berlin. Er bestätigte damit einen Bericht der „Welt am Sonntag“.

Bei Schlecker bangen fast 12.000 Beschäftigte um ihren Arbeitsplatz. Im Laufe der Woche sollen endgültige Entscheidungen fallen über die Zukunft der einzelnen Filialen. Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz hofft auf staatliche Gelder für eine Transfergesellschaft, um die von Entlassung bedrohten Mitarbeiter, meist Frauen mit geringem Einkommen, in neue Stellen zu vermitteln. Am Wochenende demonstrierten mehrere Hundert Schlecker-Beschäftigte in Frankfurt und Saarbrücken für die Rettung des Unternehmens und den Erhalt ihrer Jobs. Dabei kritisierten Vertreter der Gewerkschaft ver.di in Saarbrücken die Ablehnung eine KfW-Kredits durch den Bund.

Der Sprecher des Wirtschaftsministeriums sagte, grundsätzlich sei das jeweilige Bundesland, in dem das Unternehmen seinen Sitz habe, „Ansprechpartner und Koordinator zwischen den Bundesländern in Finanzierungsfragen“. Da Schlecker seien Sitz in Ehingen hat, ist damit das Land Baden-Württemberg am Zug.

Insolvenzverwalter Geiwitz braucht für die Transfergesellschaft nach eigenen Angaben mehr als 70 Millionen Euro. Geiwitz hatte auf einen KfW-Kredit gehofft, aber gleichzeitig erklärt, dass eine derartige Zwischenfinanzierung für die KfW eine Ausnahme wäre. Eine weitere Hilfsmöglichkeit wären Bürgschaften der Länder. Bei Schlecker sollen fast die Hälfte der 5.400 Filialen geschlossen und 11.750 Stellen gestrichen werden. Seit Ende vergangener Woche liegen den Schlecker-Betriebsräten vorläufige Schließungspläne vor, über die in den kommenden Tagen entschieden werden soll. (dapd)

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