Insolvenz : Chiphersteller Qimonda ist pleite

Auch staatliche Hilfe kann den Speicherhersteller Qimonda nicht retten. Die Infineon-Tochter mit 13.000 Mitarbeitern stellt einen Insolvenzantrag. Die Aktie stürzt ins Bodenlose.

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Die Infineon-Tochter Qimonda ist zahlungsunfähig. - Foto:ddp

München Der krisengeschüttelte Speicherchiphersteller Qimonda ist pleite. Die Infineon-Tochter habe Insolvenzantrag beim Amtsgericht München gestellt, sagte eine Gerichtssprecherin. "Es ist ein Eigenantrag eingegangen." Dieser müsse jetzt eingetragen werden, über das weitere Vorgehen müsse dann der zuständige Richter entscheiden. Damit sind die Versuche zur Rettung der Infineon-Tochter zunächst gescheitert. Ein Insolvenzverwalter sei noch nicht bestellt.

Zuletzt war bekanntgeworden, dass die Infineon-Tochter weitere 300 Millionen Euro an frischem Kapital benötigt. Für die Lücke soll der jüngste Preisverfall bei DRam-Speicherchips verantwortlich sein. Erst kurz vor Weihnachten war ein millionenschweres Rettungsprogramm beschlossen worden. Das Lösungsmodell sah 100 Millionen Euro über eine Investitionsbank Portugals, 75 Millionen Euro von Infineon und 150 Millionen Euro von Sachsen vor, um ein Betriebsmitteldarlehen in Höhe von 325 Millionen Euro zu finanzieren.

Preisverfall bei Speicherchips

Qimonda mit weltweit 13.000 Beschäftigten und Standorten in Dresden, München und Porto leidet seit langem unter dem dramatischen Preisverfall bei Speicherchips und der Konkurrenz aus Fernost. Derartige Speicherchips kommen in Handys und Computern zum Einsatz. Seit Wochen kämpft das Unternehmen ums Überleben.

An der Börse trennten sich Anleger massiv von Infineon- und Qimonda-Papieren. Infineon büßten zunächst rund zwölf Prozent ein, konnten aber im Handelsverlauf den Verlust teilweise wettmachen. Der Kurs der Qimonda-Aktie stürzte um mehr als 50 Prozent. (sf/ddp/dpa)

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