Insolvenz : Fertighaushersteller Kampa ist pleite

Gespräche mit 69 potenziellen Investoren haben nicht geholfen: Der Fertighaus-Hersteller Kampa ist insolvent. Hunderte Mitarbeiter sollen entlassen werden.

Die Entlassung der Mitarbeiter werde unverzüglich eingeleitet, teilte Insolvenzverwalter Werner Schreiber am Mittwoch mit. Zuletzt hatte das Unternehmen aus Minden 750 Menschen beschäftigt.

Der Insolvenzverwalter werde versuchen, für die Standorte und Werke der Kampa-Gruppe auch Einzellösungen zu finden. Wo dies nicht gelingt, sollen Immobilien, Musterhäuser, Maschinenpark und Markenrechte einzeln abgestoßen werden.

Seit einiger Zeit kämpfte Kampa mit Verlusten. Innerhalb der vergangenen beiden Jahre hat das Unternehmen bereits 200 Stellen gestrichen und mehrere Standorte geschlossen. Für das Jahr 2008 waren nach Unternehmensangaben Verluste von 23 bis 24 Millionen Euro angelaufen.

Im ersten Quartal 2009 hatte der Konzern einen deutlichen Rückgang der Zahl fertiggestellter Häuser auf nur noch 99 hinnehmen müssen (erstes Quartal 2008: 132). Zudem hatte das Unternehmen einen drastischen Rückgang der Aufträge verzeichnet. Sie sanken auf 688 Häuser (2008: 971) mit einem Volumen von 136 Millionen Euro (2008: 162 Mio.).

Im März 2009 hat Kampa einen Insolvenzantrag gestellt, und gleichzeitig nach möglichen Investoren gesucht. Zuletzt hatte der Insolvenzverwalter auf einen deutsch-schweizerischen Kandidaten gesetzt. Dieser hatte sich als Einziger bereit gezeigt, 450 Arbeitsplätze zu erhalten. Jedoch seien die nötigen finanziellen Zusagen zur Auffanggesellschaft zum Kaufpreis und den Investitionen ausgeblieben.

Kampa ist nach eigenen Angaben Europas führender industrieller Komplettanbieter im Ein- und Zweifamilienhausbau. Unter den Marken Kampa und Hebel Haus produziert und vertreibt das Unternehmen Fertighäuser in Massiv- und Fertigbauweise.

ZEIT ONLINE, dpa, mm

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