Insolvenz ohne Ausweg : Schlecker-Beschäftigte im freien Fall

Die Länder haben sich nicht einigen können: Für Schlecker-Mitarbeiter wird es keine Auffanglösung geben. Was heißt das für die Beschäftigten?

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1. Juni 2012 - Nichts mehr los bei Schlecker. Mehr als 2000 Filialen sind bereits geschlossen. Die Investoren-Konzepte können die Gläubiger nicht überzeugen. Nun ist auch für den Großteil der übrigen 3000 Geschäfte bald Schluss.Weitere Bilder anzeigen
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01.06.2012 14:111. Juni 2012 - Nichts mehr los bei Schlecker. Mehr als 2000 Filialen sind bereits geschlossen. Die Investoren-Konzepte können die...

Rund 10 000 Kündigungsschreiben an Schlecker-Mitarbeiter sind noch am Donnerstag auf den Weg gegangen. Die Bildung einer Transfergesellschaft scheiterte am Ende an Bayern.

Warum konnten sich die Länder nicht auf eine Auffanglösung einigen?

Das vom Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz gestellte Ultimatum war am Donnerstagfrüh verstrichen, ohne dass eine Lösung in Sicht war: Zwar gab es Zusagen mehrerer Bundesländer, sich an einer Bürgschaft zur Einrichtung einer Transfergesellschaft zu beteiligen. Fieberhaft hatte Baden-Württembergs Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD) über Nacht versucht, eine Allianz der Bundesländer zu schmieden. Doch die FDP stellte sich quer. Nachdem die Wirtschaftsminister in Sachsen und Niedersachsen, Sven Morlok und Jörg Bode (beide FDP), eine Beteiligung ihrer Länder ausgeschlossen hatten, kritisierte auch Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler die Bemühungen Stuttgarts um eine Transfergesellschaft als verantwortungslos.

Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil, ebenfalls FDP, setzte schließlich den Schlusspunkt: Vereinbart worden sei eine geschlossene Teilnahme aller Bundesländer. Wenn dies nicht gelinge, werde Bayern eine Auffanglösung nicht mittragen. Bis dahin hatte es noch Hoffnung gegeben, weil Baden-Württemberg zugesagt hatte, die Anteile Sachsens und Niedersachsens zu übernehmen.

Im Freistaat hatte Zeils starre Haltung zum Koalitionskrach geführt. Ministerpräsident Horst Seehofer, der ebenso wie sein Finanzminister Markus Söder (beide CSU), einer Auffanglösung aufgeschlossen gegenüberstand, beugte sich seinem Koalitionspartner und und verkündete am Rande der Ministerpräsidentenkonferenz in Berlin am Nachmittag die Entscheidung seines Wirtschaftsministers. Söder warf der FDP vor, eine Schlecker-Transfergesellschaft zuletzt nur aus politischen Gründen blockiert zu haben. Denn aus finanzpolitischer Sicht sei der Anteil Bayerns vertretbar gewesen.

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