Wirtschaft : Insolvenzverfahren für Fairchild Dornier eröffnet

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München. Bei dem ums Überleben ringenden Regionalflugzeugbauer Fairchild Dornier schwindet die Hoffnung: Drei Monate nach der Zahlungsunfähigkeit des Traditionsunternehmens hat das Amtsgericht Weilheim am Montag das Insolvenzverfahren eröffnet. Der Insolvenzverwalter Eberhard Braun kündigte eine Zerschlagung des Oberpfaffenhofener Werkes an. Weil es keinen Investor für den gesamten Konzern gebe, werde der letzte deutsche Flugzeugbauer in einzelne Bereiche aufgeteilt, sagte Braun.

Damit stehen mehr als die Hälfte der 3654 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Nur knapp die Hälfte der Mitarbeiter kann voraussichtlich unter neuer Führung uneingeschränkt weiter beschäftigt werden. 80 Mitarbeiter wurden am Montag direkt entlassen. 1836 Beschäftigte sollen zunächst mit einem Sozialplan in ein dreimonatiges Qualifizierungsprogramm ausgegliedert und so auf den Arbeitsmarkt vorbereitet werden. Für diesen Zeitraum erhalten sie nach Angaben von Betriebsratschef Günter Pfeiffer rund 80 Prozent ihres Gehalts. In der Sozialplanmaßnahme wird nach Angaben von Insolvenzverwalter Braun der wesentliche Teil der Mitarbeiter für die Entwicklung des neuen Regionaljets 728/928 „geparkt".

Die Entwicklungsarbeit für die Jets, in deren Entwicklung Fairchild Dornier bereits mehr als eine Milliarde Dollar gesteckt hatte, soll vorerst eingestellt werden. Eine 150köpfige Kernmannschaft werde das Projekt konservieren, damit es jederzeit fortgeführt werden könne, sagte Braun.

Falls kein Käufer für das Vorzeigemodell von Fairchild Dornier gefunden werden kann, fallen Braun zufolge mehr als 1800 Stellen weg. Noch gibt es aber einen Hoffnungsschimmer: Nach der Absage des kanadischen Konzerns Bombardier Mitte Juni prüft derzeit der italienische Flugzeugbauer Alenia den Einstieg in das 728/928 Jet-Programm. Braun zufolge laufen die Verhandlungen mit Alenia uneingeschränkt fort. Die Erfolgschancen wollte Braun jedoch nicht bewerten. Der Flugzeug-Konzern Fairchild Dornier hatte Anfang April Antrag auf Insolvenz gestellt.Nicole Adolph

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