Wirtschaft : Instabiles Gerechne

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Wie ernst die Nachricht wirklich ist, dass Griechenland jahrelang zu niedrige Defizitzahlen nach Brüssel gemeldet hat, kann man vielleicht an der Reaktion des Marktes testen. Die Nachricht, dass Griechenland sich die Teilnahme am Euro ergaunert hat, hat kaum ein Flimmern auf den Bildschirmen der Devisen und Wertpapierhändler ausgelöst. Ganz anders war die Reaktion in der Politik. Der Präsident der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, sprach von einem „wirklich gewaltigen Problem“ und deutete an, dass als Folge die Zinssätze in der Eurozone wohl erhöht werden müssten. Wer hat Recht? Vielleicht beide Seiten. Unter ökonomischen Gesichtspunkten verdienen weder das Gewicht Griechenlands in der Euroregion noch das Ausmaß der Täuschung ein Übermaß an Aufmerksamkeit. Viel wichtiger ist, wie man mit der Angelegenheit weiter umgehen wird. Die EU hat bereits ein Glaubwürdigkeitsproblem, was ihren Umgang mit dem Defizitverfahren angeht. Jetzt scheint es, als seien nicht einmal die Zahlen, auf denen das Defizitverfahren basiert, verlässlich. Beides zusammen lässt die Versuche der EU, den Euro-Ländern Finanzdisziplin aufzuerlegen, völlig nutzlos erscheinen.

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