Wirtschaft : Institut: Förderung von Billigjobs bringt nichts

NÜRNBERG .In der Debatte um die staatliche Subventionierung von Niedriglöhnen hat das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) vor übertriebenen Hoffnungen gewarnt.Solche Maßnahmen würden nach Einschätzung des Forschungsinstitutes der Bundesanstalt für Arbeit kaum zu einer schnellen Entlastung des Arbeitsmarktes führen.Es werde übersehen, daß die bereits bestehenden Formen der Lohnsubventionierung wie Lohnkosten- und Einarbeitungszuschüsse "eher mäßige Resultate" erzielt hätten, heißt es in einer am Donnerstag in Nürnberg veröffentlichten IAB-Studie.Generell sei davon auszugehen, daß Niedriglohnjobs gerade für den harten Kern der meist älteren Langzeitarbeitslosen kaum in Frage kämen.Diese Jobs setzen zwar "nur geringe Qualifikationen, aber häufig eine gewisse Fitneß und körperliche Einsatzfähigkeit voraus".Dies könne bei Älteren nicht unterstellt werden, meint der Autor Werner Karr.Für eine spürbare Entlastung des Arbeitsmarktes seien aber gerade Erfolge bei den älteren Langzeitarbeitslosen notwendig.Diese Gruppe präge die Arbeitslosen-Statistik überdurchschnittlich.Ähnliche Bedenken gegen die Subventionierungsplänte hatte zuletzt auch der DGB geltend gemacht.

Das IAB spricht sich zwar nicht grundsätzlich gegen die Etablierung eines Niedriglohnsektors aus.Mit einem solchen Schritt wären aber "im Hinblick auf den verfestigten Kern der Arbeitslosigkeit die gegenwärtigen Arbeitsmarktprobleme schwerlich zu lösen".

Der Präsident des Sozialverbandes VdK, Walter Hirrlinger, erklärte ebenfalls am Donnerstag, es sei im Grundsatz besser, Arbeit statt Arbeitslosigkeit zu finanzieren."Bevor die Regierung aber über Maßnahmen zur Subventionierung von Niedriglöhnen nachdenkt, sollte sie einen umfassenden Modellversuch starten", forderte Hirrlinger in Bonn.Vor einer generellen Einführung von Kombilöhnen müßten die Auswirkungen in der Praxis genau geprüft werden.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben