Institut für Wirtschaftsforschung : Erneuerbare Energien werden Wirtschaftsleistung beflügeln

Dass die erneuerbaren Energien positive Auswirkungen auf die Volkswirtschaft haben, wird gemeinhin angenommen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat diese Annahme jetzt bestätigt.

Kevin Hoffmann

Das Bruttoinlandsprodukt werde im Jahr 2030 um rund drei Prozent über dem Niveau liegen, das ohne einen Ausbau der erneuerbaren Energien erreicht würde, heißt es in einem Forschungsbericht, den das DIW am Mittwoch in Berlin vorlegte.

Der Umbau des Energiesystems dürfte hierzulande auch den Arbeitsmarkt beeinflussen. Die Beschäftigungseffekte hängen der Analyse zufolge stark von den Gegebenheiten auf dem Arbeitsmarkt und der Entwicklung der Arbeitsproduktivität ab. „Gelingt es, ausreichend Arbeitskräfte zu mobilisieren, ist bei einem Ausbau der erneuerbaren Energien ein kräftiger Zuwachs der Beschäftigung möglich. Steigt jedoch die Produktivität je Beschäftigten im selben Maße wie das Wirtschaftswachstum, ändert sich bei der Beschäftigung nur wenig“, sagte Dietmar Edler, einer der Autoren der Studie. Jedenfalls nehme in keinem der untersuchten Szenarien die Beschäftigung ab.

Das DIW fordert aber nicht, die Subventionen auszubauen. Im Gegenteil: Das Institut veröffentlichte zeitgleich einen „dringenden Appell“ an die Mitglieder des Bundestages, der von DIW-Energieexpertin Claudia Kemfert und neun anderen Forschern unterschrieben wurde. Sie fordern unter anderem eine drastische Kürzung und Deckelung der Fördersätze für Solarstrom. Sonst könne wegen steigender Strompreise die Akzeptanz der Erneuerbaren in der Bevölkerung schnell abnehmen. Dann sei der Umbau des Energiesystems in Gefahr.

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