Wirtschaft : Institut warnt vor Erbschaftsillusion

Nur zwei Prozent der kommenden Erben haben „ausgesorgt“

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Berlin (ce). Das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) hat vor Illusionen über die Erwartungen an kommende Erbschaften gewarnt. In diesem Jahrzehnt werden nach Angaben des DIA Vermögen im Wert von 1,4 Billionen Euro vererbt, im kommenden rund zwei Billionen Euro. Bis zum Jahr 2030 wird statistisch gesehen jeder Haushalt einmal erben. Ein „derart warmer Regen“ könne bei der Bevölkerung dazu führen, dass sie nicht mehr genügend für die Altersvorsorge spare, fürchtet Meinhard Miegel, wissenschaftlicher Berater des DIA. Rund die Hälfte aller Erbenhaushalte werde aber allenfalls einen „bescheidenen Vermögensschub“ erhalten.

Laut einer Studie des Instituts werden sechs Prozent der Erben nur Schulden übernehmen, weitere 22 Prozent vor allem Erinnerungsstücke und wenig Bargeld erben. Vermögen zwischen 13 000 und 80 000 Euro fallen 29 Prozent der Hinterbliebenen zu. Bei 41 Prozent der Erben liegt der Wert zwischen 80 000 und 300 000 Euro. Wirklich ausgesorgt, so Miegel, hätten nur zwei Prozent der Erben: Die kassieren ein Viertel der gesamten Erbmasse.

„Der jungen Generation stehen Überraschungen bevor“, sagt Miegel. Denn angesichts der steigenden Lebenserwartung und der Überalterung der Bevölkerung müssten Rentner in der Zukunft mehr Geld ausgeben, um ihren gewohnten Lebensstandard halten zu können. Damit würden auch die Erbschaften kleiner. Außerdem seien heutige Rentner konsumfreudiger – und verbrauchten einen steigenden Anteil ihre Vermögens schon zu Lebzeiten. Viele künftige Erben würden dennoch nicht ausreichend privat fürs Alter vorsorgen, aus dem unterschwelligen Gefühl: „Da kommt etwas“.

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